iShares MSCI World ETF: 0,24% TER gegen SPDR-Rivale 0,09%
Der SPDR Portfolio MSCI Global Stock Market ETF bietet eine breitere Diversifikation und niedrigere Kosten als der etablierte iShares-Fonds URTH.

- SPGM mit 0,09 Prozent Kostenquote
- URTH verwaltet über 8 Milliarden Dollar
- SPGM deckt auch Schwellenländer ab
- URTH mit besserer Langzeit-Rendite
Ein direkter Vergleich zweier globaler Aktien-ETFs bringt derzeit Bewegung in die Debatte um Kosten und Diversifikation. Der iShares MSCI World ETF (URTH) trifft dabei auf den SPDR Portfolio MSCI Global Stock Market ETF (SPGM) von State Street. Das Ergebnis: Wer auf niedrige Gebühren setzt, findet eine echte Alternative.
Die Kostenfrage entscheidet oft mit
SPGM verlangt eine Kostenquote von 0,09 Prozent. URTH kostet mit 0,24 Prozent fast dreimal so viel. Bei der Dividende liegt State Street ebenfalls vorn: Die Ausschüttungsrendite von SPGM übertrifft die von URTH um 0,40 Prozentpunkte.
In absoluten Zahlen zahlte URTH in den vergangenen zwölf Monaten 2,84 Dollar je Anteil aus. Bei einem Kurs von rund 204,44 Dollar ergibt das eine Rendite von 1,4 Prozent. SPGM kam im gleichen Zeitraum auf 1,54 Dollar je Anteil – bei einem Kurs von etwa 86,02 Dollar entspricht das 1,8 Prozent Rendite.
Größe und Liquidität sprechen für URTH
Trotz des Kostennachteils bleibt iShares beim Fondsvolumen klar überlegen. URTH verwaltet über 8 Milliarden Dollar. SPGM kommt auf knapp 2 Milliarden Dollar. Diese Größe zeigt sich auch im Handel: URTH weist ein deutlich höheres durchschnittliches Handelsvolumen auf. Für Anleger, die auf enge Spreads und schnelle Ausführung angewiesen sind, kann das mehr wiegen als der Kostenvorteil von SPGM.
Ähnliche Sektoren, unterschiedliche Reichweite
Bei der Portfoliostruktur ähneln sich beide Fonds auf den ersten Blick. URTH konzentriert sich ausschließlich auf entwickelte Märkte. Technologie macht 31 Prozent des Portfolios aus, Finanzdienstleister 16 Prozent, Industrie 11 Prozent. Unter den 1.287 Positionen führen Apple mit 5,1 Prozent, Nvidia mit 5,01 Prozent und Microsoft mit 3,03 Prozent.
SPGM zeigt eine fast identische Sektorverteilung – Technologie ebenfalls bei 31 Prozent, Finanzdienstleister bei 16 Prozent, Industrie bei 12 Prozent. Der entscheidende Unterschied liegt im Anlageuniversum: SPGM hält 2.933 Positionen und deckt damit auch Schwellenländer sowie kleinere Marktkapitalisierungen ab. Die größten Werte sind Nvidia mit 3,99 Prozent, Apple mit 3,98 Prozent und Microsoft mit 2,39 Prozent.
Beide Fonds definieren „global“ also unterschiedlich. URTH bleibt bei entwickelten Märkten, SPGM öffnet sich für ein breiteres Weltbild – zu einem Bruchteil der Kosten.
Der Vergleich mit Vanguard zeigt ein anderes Bild
Die Kostendebatte um URTH ist nicht neu. Ein Vergleich von Ende Juni stellte den Fonds dem Vanguard Total World Stock ETF (VT) gegenüber. Vanguard verlangt nur 0,06 Prozent Kostenquote und deckt mit über 10.000 Positionen sowohl entwickelte als auch aufstrebende Märkte ab. URTH bleibt bei 1.300 Aktien aus Industrienationen.
Bei der Rendite dreht sich das Bild allerdings um. URTH schlug VT über mehrere Zeiträume hinweg:
- 3 Jahre: 17,1 Prozent gegenüber 16,9 Prozent bei VT
- 5 Jahre: 10,5 Prozent gegenüber 9,5 Prozent
- 10 Jahre: 12,1 Prozent gegenüber 11,5 Prozent
Trotz höherer Kosten und engerer Diversifikation lieferte URTH also die bessere Wertentwicklung.
Kurs nahe am Jahreshoch
URTH schloss die vergangene Handelssitzung bei rund 204 Dollar – nahe seinem 52-Wochen-Hoch. Die Handelsspanne der letzten zwölf Monate reichte von 168,23 bis 206,33 Dollar. Der Fonds zeigt damit den stetigen Aufwärtstrend, den Aktien aus Industrieländern trotz zeitweiliger Schwankungen genommen haben.
Die Vergleiche mit SPGM und Vanguard machen ein wiederkehrendes Muster sichtbar: Kostenbewusste Anleger finden günstigere Alternativen zu URTH. Wer dagegen auf hohe Liquidität und eine solide Langfrist-Historie setzt, bleibt bei der Größe, die iShares seit dem Fondsstart 2012 aufgebaut hat.
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