iShares MSCI World ETF: 1,6 Mrd USD Zuflüsse in 21 Handelstagen

Der Index verlor im Oktober 0,8 Prozent, während Anleger dem ETF über 21 Handelstage netto 1,6 Milliarden US-Dollar zuführten.

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Die Kernpunkte:
  • KI-Technologiewerte belasteten den Weltindex
  • Rotation von Wachstum zu Substanz
  • Nettozuflüsse über 21 Handelstage: 1,6 Milliarden US-Dollar
  • Seit Jahresbeginn liegt der Fonds 8,2 Prozent vorn

Der iShares MSCI World ETF hat im Oktober einen Rückschlag hinnehmen müssen, der weniger mit einem einzelnen Ereignis als mit einer grundlegenden Verschiebung an den Aktienmärkten zu tun hat.

Nach Angaben von Janus Henderson verzeichnete der zugrunde liegende MSCI World Index im Oktober einen Rückgang von 0,8 Prozent in US-Dollar gerechnet. Ausschlaggebend war demnach eine Schwäche bei Technologiewerten mit KI-Bezug, die stärker ins Gewicht fiel als die Stabilität defensiver Branchen und einzelner entwickelter Märkte.

Janus Henderson machte dafür insbesondere eine zunehmende Skepsis gegenüber den Investitionssummen und Renditen im Bereich künstliche Intelligenz verantwortlich. Hinzu kamen Belastungen beim freien Cashflow großer Cloud-Betreiber sowie Kreditbedenken bei sogenannten Neocloud-Anbietern, kleineren Spezialisten für KI-Rechenzentren.

Die Vermögensverwaltung beschrieb den Monat zudem als Phase einer Rotation weg von Wachstumswerten hin zu Substanzwerten – eine Entwicklung, die klassische breit gestreute Weltindex-ETFs wie den iShares-Fonds direkt trifft, da Technologietitel dort traditionell hoch gewichtet sind.

Wie volatil dieses Umfeld inzwischen ist, zeigte ein globaler Ausverkauf, über den Reuters berichtete. Auslöser waren schwache Quartalszahlen von Qualcomm sowie die Sorge der Investoren, dass eine demokratische Mehrheit im US-Kongress strengere Regulierung für KI-Unternehmen und eine Verlangsamung der Investitionen in Rechenzentren bedeuten könnte. Eine Erholung des Ölpreises nährte zusätzlich Inflations- und Zinsängste.

Reuters meldete zudem eine Erholung der Technologiewerte, Nvidia und AMD gehörten zu den Gewinnern. Dennoch verzeichnete der Nasdaq laut Reuters die vierte Verlustwoche in Folge – ein Hinweis darauf, dass die grundsätzliche Verunsicherung über die Tragfähigkeit der KI-Investitionswelle nicht ausgeräumt ist.

Anleger kaufen trotz schwacher Kursentwicklung nach

Bemerkenswert ist, dass Anleger dem Fonds trotz der turbulenten Wochen weiter Kapital zuführten. Am Donnerstag vergangener Woche flossen dem iShares MSCI World ETF netto 399 Millionen US-Dollar zu, was den Fonds unter den US-börsennotierten ETFs an jenem Tag auf Rang 13 bei den Zuflüssen brachte.

Über die fünf Handelstage bis einschließlich Donnerstag summierten sich die Netto-Zuflüsse auf 666 Millionen US-Dollar, über die vergangenen 21 Handelstage auf 1,6 Milliarden US-Dollar.

Diese Zuflüsse fügen sich in ein breiteres Bild: Medienberichten zufolge flossen US-börsennotierten ETFs im Oktober insgesamt 204,2 Milliarden US-Dollar zu, davon 126 Milliarden in Aktien-ETFs.

Anleger bevorzugten dabei die Sektoren Technologie und Energie, während sie Finanzwerte und zyklische Konsumtitel reduzierten – eine Segmentbewegung, die sich nicht eins zu eins auf den breit diversifizierten Weltindex-Fonds übertragen lässt, aber die allgemeine Risikobereitschaft am Markt widerspiegelt.

Am Markt selbst zeigt sich die Nervosität in den Kurszahlen: Der Fonds notiert zuletzt bei 199,67 US-Dollar und liegt damit 3,6 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 207,19 US-Dollar.

Der technische Indikator RSI von 35 deutet auf eine überverkaufte Marktlage hin, was die anhaltenden Mittelzuflüsse trotz fallender Kurse zumindest teilweise erklären könnte – viele Anleger scheinen die Schwäche als Kaufgelegenheit innerhalb eines langfristig intakten Aufwärtstrends zu werten, zumal der Fonds seit Jahresbeginn weiterhin mit 8,2 Prozent im Plus liegt.

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