iShares MSCI World ETF: 8 Mrd. Dollar AUM
Der iShares MSCI World ETF notiert nahe seinem Allzeithoch, steht aber wegen höherer Kosten im Vergleich zu Konkurrenzprodukten in der Kritik.

- Fonds nahe 52-Wochen-Hoch
- Gebühren dreimal höher als bei SPGM
- Renditevorsprung trotz höherer Kosten
- Morningstar vergibt Gold-Medaille
Fast auf Rekordhoch, aber unter Beschuss: Der iShares MSCI World ETF schloss am Freitag bei 204,48 Dollar. Nur wenig entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 206,33 Dollar, das der Fonds erst in diesem Monat erreichte. Trotzdem geraten Kosten und Struktur des Fonds gerade verstärkt in die Kritik.
Der unter dem Ticker URTH gehandelte Fonds bildet Aktien aus Industrieländern ab. Genau das nutzen Konkurrenzprodukte jetzt als Verkaufsargument: Sie werben mit niedrigeren Gebühren oder breiterer Streuung.
Die Gebührenlücke ist real
Der State Street SPDR Portfolio MSCI Global Stock Market ETF, kurz SPGM, kostet Anleger nur 0,09 Prozent Gebühren im Jahr. URTH verlangt mit 0,24 Prozent fast das Dreifache. Der Unterschied: SPGM deckt auch Schwellenländer ab und bezieht mehr Marktkapitalisierungsgrößen ein, während URTH sich strikt auf entwickelte Märkte beschränkt.
Bei der Fondsgröße dreht sich das Bild allerdings um. URTH verwaltet über 8 Milliarden Dollar, SPGM knapp unter 2 Milliarden. Diese Größe verschafft URTH ein deutlich höheres Handelsvolumen und damit mehr Liquidität – ein Vorteil, der die höhere Dividendenrendite und die niedrigeren Kosten von SPGM für viele Anleger aufwiegen könnte.
Noch schärfer fällt der Kostenvergleich mit Vanguards Total World Stock ETF (VT) aus. Der Vanguard-Fonds verlangt lediglich 0,06 Prozent und deckt mit über 10.000 Positionen sowohl Industrie- als auch Schwellenländer ab. URTH bleibt dagegen bei rund 1.300 Aktien aus entwickelten Märkten.
Performance spricht für URTH
Trotz der höheren Kosten schlägt URTH seinen Vanguard-Rivalen bei der Rendite über mehrere Zeiträume hinweg. Über drei Jahre erzielte der Fonds 17,1 Prozent gegenüber 16,9 Prozent bei VT. Über fünf Jahre liegt URTH mit 10,5 Prozent vor 9,5 Prozent, über zehn Jahre mit 12,1 Prozent vor 11,5 Prozent.
Die Motley-Fool-Analyse kommt deshalb zu einem klaren Schluss: Beide Fonds sind solide, aber URTH sei in diesem Vergleich der bessere Kauf. Die Begründung liegt in der Konzentration des Portfolios.
Konzentrierte Technologie-Wetten
Die Top-Positionen von URTH lesen sich wie eine Liste der wertvollsten Tech-Konzerne der Welt: Apple, Nvidia, Microsoft, Amazon, die beiden Alphabet-Aktienklassen, Broadcom, Meta Platforms, Tesla und Micron Technology. Genau diese Konzentration auf US-Megacaps erklärt den Renditevorsprung gegenüber breiter gestreuten Fonds. Der Preis dafür: URTH verzichtet komplett auf Schwellenländer, die SPGM und VT abdecken.
Starke externe Bewertungen
Morningstar bewertete den Fonds zum 30. Juni 2026 im Vergleich zu 293 globalen Aktienfonds nach risikoadjustierter Gesamtrendite. Das Ergebnis: die Gold-Medaille, die höchste Vertrauensstufe der Ratingagentur. Frühere Daten zeigen zudem 4 Sterne über drei und fünf Jahre sowie 5 Sterne über zehn Jahre.
Die Dividendenrendite liegt bei 1,39 Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate bewegte sich der Kurs zwischen einem Tief von 168,23 Dollar und dem aktuellen Hoch von 206,33 Dollar – eine deutliche Erholung.
Der Gebührenstreit dürfte ein Dauerthema bleiben. Während URTH nahe seinem Rekordhoch handelt, werben kostengünstigere Konkurrenten weiter um preissensible Anleger, die auf breitere Streuung inklusive Schwellenländer setzen wollen.
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