iShares MSCI World ETF: Ex-Tag 15. Juni

Der iShares MSCI World ETF fällt nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten. Zinssenkungen rücken in weite Ferne.

Die Kernpunkte:
  • US-Jobwachstum übertrifft Prognosen deutlich
  • Zinssenkungserwartungen an Märkten sinken
  • Tech-lastiger ETF unter Druck
  • SpaceX-IPO könnte Indexaufnahme beschleunigen

Der US-Arbeitsmarkt läuft besser als erwartet – und das ist für Aktienanleger keine gute Nachricht. Der iShares MSCI World ETF (URTH) verliert heute 1,18 Prozent auf 203,24 USD. Auslöser ist ein Beschäftigungsbericht, der die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen weiter zerstreut.

Doppelt so viele Jobs wie erwartet

Das US-Arbeitsministerium meldete für Mai 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Der Konsens lag bei 80.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3 Prozent. Stundenlöhne stiegen um 0,3 Prozent im Monatsvergleich und 3,4 Prozent im Jahresvergleich – beide Werte im Rahmen der Erwartungen.

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Die Reaktion an den Märkten folgte prompt. Anleiherenditen zogen scharf an. Aktienfutures drehten ins Minus.

Fed hält still – das ist das Problem

Ein starker Jobsmarkt nimmt der US-Notenbank den Spielraum für Zinssenkungen. Die Fed trifft sich am 16. und 17. Juni zur ersten Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Der Markt preist eine Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent für unveränderte Zinsen ein. Goldman Sachs und Bank of America haben Zinssenkungen für 2026 komplett aus ihren Prognosen gestrichen.

Der Leitzins liegt aktuell bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Die Inflation kletterte zuletzt auf 3,8 Prozent – den höchsten Stand seit drei Jahren.

Für URTH ist das strukturell belastend. Informationstechnologie macht 29,62 Prozent des Portfolios aus. Höhere Zinsen drücken die Bewertungen wachstumsstarker Tech-Konzerne, weil künftige Gewinne weniger wert werden. Kein Wunder, dass der ETF heute stärker nachgibt als der breite Markt.

Konzentration auf wenige Namen

Der Fonds hält zwar 1.335 Positionen, ist aber alles andere als gleichgewichtet. Die zehn größten Positionen machen 27,71 Prozent des Portfolios aus. Nvidia allein kommt auf 5,73 Prozent, Apple auf 5,05 Prozent, Microsoft auf 3,32 Prozent.

Hinzu kommt die geografische Schieflage: 72,35 Prozent des Fondsvermögens entfallen auf US-Titel. Japan folgt mit 5,66 Prozent, Großbritannien mit 3,46 Prozent. Makroökonomische Entwicklungen aus den USA bewegen diesen ETF daher überproportional stark.

Auch der Gesundheitssektor – rund zehn Prozent des Fonds – steht unter Druck. Neue Importzölle treffen patentierte Medikamente aus der EU, Japan, Südkorea und der Schweiz mit einem Aufschlag von 15 Prozent. Britische Produkte zahlen zehn Prozent. Unternehmen ohne bestehende Preisvereinbarungen drohen Sätze von bis zu 100 Prozent. FactSet hat die Gewinnerwartungen für den Sektor bereits gesenkt.

Dichter Ereigniskalender in den nächsten zwei Wochen

Trotz des heutigen Drucks stehen strukturell interessante Ereignisse bevor. BlackRock hat den 12. Juni als Deklarationsdatum für die Dividende festgelegt. Ex-Dividendentag und Record Date fallen beide auf den 15. Juni. Die letzte Ausschüttung im Dezember 2025 lag bei 1,495166 USD je Anteil, die Juni-Zahlung 2025 bei 1,261367 USD.

Ebenfalls am 12. Juni plant SpaceX seinen Börsengang an der Nasdaq. Das Unternehmen peilt eine Bewertung von 1,75 Billionen USD an, bei einem Ausgabepreis von 135 USD je Aktie. MSCI-Chef Henry Fernandez hat erklärt, SpaceX könnte bereits zehn Handelstage nach dem IPO in MSCI-Indizes aufgenommen werden – die übliche Dreimonatsfrist entfällt bei sehr großen Neulistings, sofern sich der Kurs stabilisiert. Unter den Schnellaufnahmeregeln wäre eine Aufnahme in den MSCI World Index innerhalb von 15 Handelstagen möglich. Das würde indexgetriebene Käufe von schätzungsweise 12 Milliarden USD auslösen.

Gebührendruck wächst

URTH kostet jährlich 0,24 Prozent und trägt ein Morningstar-Gold-Rating. Die Abweichung vom Index liegt bei nur 0,02 Prozent. Der Wettbewerb zieht allerdings an: Invesco hat ein vergleichbares Produkt auf 0,05 Prozent gesenkt, UBS und BNP Paribas folgten.

Wer Schwellenländer einschließen will, findet beim iShares MSCI ACWI ETF eine Alternative – mit 2.243 Positionen und einer Kostenquote von 0,32 Prozent. Wer US-Titel komplett meiden will, greift zum iShares Core MSCI Total International Stock ETF mit 4.352 Positionen und 0,07 Prozent Kosten. Beide Produkte haben URTH in diesem Jahr bislang klar übertroffen.

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