iShares MSCI World ETF: Plus 11 Prozent seit Jahresbeginn trotz KI-Zweifeln
Technologieaktien gerieten weltweit unter Druck, während der iShares MSCI World ETF bis zum 27. Oktober 601 Millionen US-Dollar anzog.

- Globale Aktienmärkte verloren im Oktober 1,6 Prozent
- Technologie- und Kommunikationswerte gaben deutlich nach
- Kospi fiel am Dienstag um 2,5 Prozent
- ETF verbuchte 601 Millionen US-Dollar Nettozuflüsse
Skeptische Einschätzungen hinsichtlich der Renditechancen von Künstlicher Intelligenz (KI) sorgen für Verkäufe an den weltweiten Aktienmärkten. Am heutigen Dienstag weiteten sich die Abgaben auch auf die asiatischen Handelsplätze aus, nachdem schwache Vorgaben aus den USA die Anlegerstimmung bereits zum Wochenauftakt eingetrübt hatten.
KI-Investitionen unter verschärfter Beobachtung
J.P. Morgan Asset Management berichtete für den Monat Oktober von einem Rückgang der globalen Aktienmärkte um 1,6 Prozent auf US-Dollar-Basis. Dabei zeigte sich eine deutliche Umschichtung innerhalb des Marktes: Während Technologiewerte um 7,0 Prozent und Kommunikationsdienstleistungen um 13,5 Prozent nachgaben, konnten Energie- sowie defensive Sektoren zulegen.
Hintergrund dieser Rotation ist eine wachsende Unsicherheit der Investoren, ob die massiven Kapitalausgaben für KI-Infrastruktur zeitnah ausreichende Produktivitätsgewinne und Gewinne generieren können.
Besonders die Schwergewichte des Sektors litten zuletzt unter dieser Entwicklung. Alphabet verzeichnete nach verfehlten Umsatzerwartungen und einem beschleunigten Mittelabfluss für KI-Projekte einen Kursrückgang von mehr als zwölf Prozent.
Medienberichten zufolge verlor zudem Oracle am gestrigen Montag 8,6 Prozent, nachdem das Unternehmen Pläne für eine Kapitalaufnahme in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar bekannt gab. Parallel dazu kehrte Nvidia eine frühe Erholung im Handelsverlauf wieder um.
Asiatische Technologiewerte folgen dem Abwärtstrend
Die Verkaufswelle erreichte am heutigen Dienstag die asiatischen Märkte mit voller Härte. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sank der südkoreanische Kospi-Index um 2,5 Prozent. Dabei büßten die regionalen Technologiegrößen SK Hynix und Samsung Electronics deutlich an Wert ein.
Auch in Taiwan gab der Leitindex Taiex um 0,9 Prozent nach. Die Zweifel der Anleger, ob die milliardenschweren Ausgaben für neue Rechenzentren tatsächlich die erhofften Renditen abwerfen, bleiben damit das beherrschende Thema des globalen Handels.
Inflationssorgen und ein angespannter Ölmarkt erschweren die Situation für Aktienanleger zusätzlich. Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen unverändert gelassen hatte, verwiesen Medienberichte zudem auf einen anhaltenden Preisdruck, der den Spielraum für künftige Lockerungen einschränken könnte. Dies erhöht den Druck auf Wachstumsaktien, die besonders empfindlich auf ein dauerhaft hohes Zinsniveau reagieren.
Mittelzuflüsse trotz volatiler Marktlage
Der iShares MSCI World ETF verzeichnete im gestrigen Handel ein Minus von 0,2 Prozent und ging bei 204,15 US-Dollar aus dem Markt. Trotz der jüngsten Kursrückgänge und der Branchenrotation bleibt die Performance des Titels seit Jahresbeginn mit einem Plus von 11 Prozent zweistellig. Die fundamentale Unterstützung durch Investoren scheint dabei zumindest teilweise intakt zu bleiben.
Interessanterweise meldete der ETF für den Zeitraum bis zum 27. Oktober Nettozuflüsse von 601 Millionen US-Dollar innerhalb eines Monats. Dies geschah in einem Marktumfeld, in dem globale Aktienfonds laut Reuters zwar die sechste Woche in Folge frisches Kapital erhielten, sich die Dynamik jedoch spürbar abschwächte.
Während aus US-Aktienfonds zuletzt 6,65 Milliarden US-Dollar abgezogen wurden, konnten europäische Aktienfonds im selben Zeitraum 4,54 Milliarden US-Dollar an neuen Geldern verbuchen.
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