iShares MSCI World ETF: Q2 mit +14,9% S&P-Rally beendet

Der iShares MSCI World ETF erlebte ein starkes Quartal, doch eine Rotation weg von Tech-Aktien und schwache US-Arbeitsmarktdaten trüben den Start ins dritte Quartal.

Die Kernpunkte:
  • Stärkstes Quartal seit Jahren
  • Rotation weg von Technologiewerten
  • Schwacher ADP-Arbeitsmarktbericht
  • Morningstar bewertet Fonds mit Gold

Der iShares MSCI World ETF (URTH) beendet gerade eines seiner stärksten Quartale seit Jahren. Doch kaum beginnt das dritte Quartal, wackelt die Rally schon wieder. Der Grund: eine Rotation weg von den großen Technologiewerten, die den Fonds erst nach oben getrieben hatten.

Ein historisches zweites Quartal

Der URTH bildet den MSCI World Index ab, mit starkem Fokus auf große und mittelgroße Unternehmen aus Industrieländern. Die US-Gewichtung im Fonds ist hoch. Genau das hat sich zwischen April und Juni ausgezahlt.

Der S&P 500 legte im zweiten Quartal um 14,9 Prozent zu, der Nasdaq sogar um 21,4 Prozent. Für beide Indizes war es das beste Quartal seit dem zweiten Quartal 2020. Im ersten Halbjahr 2026 gewann der S&P 500 insgesamt 9,6 Prozent, der Nasdaq 12 Prozent.

Der Dow Jones legte im ersten Halbjahr 8,9 Prozent zu. Das war das beste Halbjahresergebnis für den Index seit 2021. Treiber der Rally waren vor allem KI-nahe Technologiewerte, alle drei großen US-Indizes erreichten mehrfach neue Rekordschlussstände. Spannungen im Nahen Osten sorgten zwischenzeitlich für heftige Ölpreisschwankungen, konnten die Aktienmärkte aber nicht bremsen.

Weil der URTH stark auf US-Großkonzerne setzt, spiegelte der Fonds diese Entwicklung fast eins zu eins wider.

Der Schwung lässt nach

Mit dem Quartalswechsel kippte die Stimmung. Am ersten Handelstag im Juli fiel der Dow Jones nur leicht, um 14 Punkte auf 52.305,24 Zähler. S&P 500 und Nasdaq gaben dagegen deutlicher nach — die zweitägige Erholung bei Technologiewerten war beendet, kaum hatte das dritte Quartal begonnen.

Ein schwacher Arbeitsmarktbericht befeuerte die Verunsicherung zusätzlich. Der ADP-Bericht zeigte im Juni nur 98.000 neue Stellen im Privatsektor. Das lag unter den Erwartungen und auch unter dem Mai-Wert von 122.000 Stellen.

Rund um das Feiertagswochenende zum 4. Juli blieb das globale Bild uneinheitlich. Während die US-Börsen wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen blieben, legte der japanische Nikkei 225 um 1,36 Prozent zu. Asiatische Technologiewerte gerieten dagegen weiter unter Druck — Anleger zogen sich aus dem KI-Handel zurück, was auch den technologielastigen Teil des URTH-Portfolios belastete.

Morningstar bestätigt Top-Bewertung

Trotz der Marktschwankungen bleibt die fundamentale Einstufung des Fonds stabil. Morningstar hat dem URTH zum 30. Juni 2026 erneut die Bestnote Gold verliehen — im Vergleich zu 274 global ausgerichteten Aktienfonds mit ähnlicher Strategie, bewertet nach risikoadjustierter Gesamtrendite.

Die Begründung: breite Streuung über entwickelte Märkte, Gewichtung nach Marktkapitalisierung und eine im Vergleich zur Kategorie günstige Kostenquote von 0,24 Prozent.

Wettbewerb unter globalen ETFs

Im Preisvergleich mit anderen global ausgerichteten Aktien-ETFs steht der URTH gut da. Konkurrenten wie der JPMorgan Diversified Return Global Equity ETF (JPGE) und der SPDR MSCI World StrategicFactors ETF (QWLD) verlangen ähnliche oder höhere Gebühren. Der URTH verzichtet dabei bewusst auf Faktor-Strategien und bietet stattdessen einen breiten, unkomplizierten Zugang zu Industrieländer-Aktien.

Ausblick

Wie sich das dritte Quartal für den URTH entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, wie die Rotation zwischen KI-Werten und Halbleiteraktien ausgeht. Die schwächeren Arbeitsmarktdaten vom Juli-Auftakt könnten zudem ein Hinweis auf eine breitere Konjunkturabkühlung sein. Marktstrategen bringen es auf den Punkt: Die entscheidende Frage nach einer solchen Handelssitzung sei, ob die Aufwärtsbewegung bereits ausgereizt ist oder ob genug Anschlusskäufe folgen, um sie zu tragen.

Für den URTH, dessen Entwicklung eng an dieselben großen Technologiewerte gekoppelt ist, dürften die kommende Berichtssaison und die Kommentare der US-Notenbank die nächsten wichtigen Impulse liefern.

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