iShares MSCI World ETF: Quartalszahlen von Microsoft

Die Quartalszahlen von Microsoft, Alphabet und Meta könnten die Richtung des MSCI World ETFs maßgeblich beeinflussen.

Die Kernpunkte:
  • Tech-Giganten legen Quartalszahlen vor
  • Hohe Konzentration auf wenige Werte
  • Inflationssorgen belasten die Stimmung
  • Gold-Rating von Morningstar bestätigt

Diese Woche entscheidet sich viel für den MSCI World ETF (URTH). Microsoft, Alphabet und Meta legen ihre Quartalszahlen vor. Damit steht der am stärksten besetzte Berichtstermin des Quartals bevor.

Der Fonds notiert bei 200,88 US-Dollar und liegt damit 5,28 Prozent unter seinem Jahreshoch von 212,08 Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 8,13 Prozent zu Buche. Getragen wurde diese Rallye vor allem von den großen Technologiewerten.

Die Tech-Riesen entscheiden über die Richtung

Der MSCI World ETF hängt inzwischen enorm stark an wenigen Namen. Nvidia führt die Gewichtung mit 5,47 Prozent des Fondsvermögens an, Apple folgt mit 5,34 Prozent, Microsoft mit 3,07 Prozent. Der Technologiesektor macht mittlerweile 30,17 Prozent des gesamten Portfolios aus.

Diese Konzentration hat eine klare Konsequenz. Fallen die Zahlen von Microsoft, Alphabet oder Meta enttäuschend aus, trifft das den gesamten Index überproportional. Besonders im Blick stehen dabei die Investitionspläne der Konzerne in künstliche Intelligenz — sie gelten als zentraler Wachstumstreiber der vergangenen Quartale.

Warsh warnt vor hartnäckiger Inflation

Zur Unsicherheit rund um die Zahlen kommt ein makroökonomisches Thema hinzu. Kevin Warsh äußerte sich Ende Juli öffentlich besorgt über anhaltend hohe Preise in der Wirtschaft. Solche Warnungen vor „sticky prices“ treffen besonders hochbewertete Wachstumsaktien empfindlich — genau jene Titel, die den MSCI-World-Index dominieren.

Steigende Zinssorgen drücken in der Regel zuerst auf Aktien mit hohen Bewertungen. Das erklärt die leicht nervösere Stimmung an den Märkten in den vergangenen Tagen.

Trotzdem bleibt das institutionelle Vertrauen in den Fonds hoch. Morningstar bestätigte am 25. Juli sein „Gold“-Rating für das Produkt. Als Gründe nannte die Ratingagentur die effiziente Nachbildung des Weltmarkts und die niedrige Kostenquote von 0,24 Prozent.

Breite Streuung, aber US-lastig

Der iShares MSCI World ETF verwaltet rund 7,90 Milliarden US-Dollar. Das Kapital verteilt sich auf 1.285 Positionen aus 23 Industrieländern und deckt etwa 85 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung dieser Länder ab. Die USA dominieren die geografische Verteilung mit einem Anteil von über 60 Prozent.

Technisch betrachtet zeigt der Fonds derzeit eine neutrale Dynamik. Der 14-Tage-RSI liegt bei 46,1 — weder überkauft noch überverkauft. Als wichtige Unterstützung gilt die 200-Tage-Linie bei 190,61 Dollar, von der sich der Kurs aktuell 5,39 Prozent entfernt hat.

Die kommenden Tage liefern damit gleich zwei Testfelder für den Fonds. Zum einen die Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne, zum anderen die Frage, wie die Märkte Warshs Inflationswarnungen langfristig einpreisen. Beide Faktoren dürften bestimmen, ob sich der ETF seinem Jahreshoch wieder annähert oder weiter Richtung 200-Tage-Linie abrutscht.

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