iShares MSCI World ETF: Tech-Fokus

Der iShares MSCI World ETF bleibt stark von US-Technologiewerten geprägt. Die Entscheidung, Krypto-Unternehmen vorerst im Index zu belassen, stabilisiert das Produkt, während Bewertungsrisiken im Tech-Sektor beobachtet werden.

Die Kernpunkte:
  • Hohe Konzentration auf US-Technologieaktien
  • MSCI belässt Krypto-Unternehmen im Index
  • Vergleich mit kostengünstigeren US-ETF-Alternativen
  • Bewertungsrisiken im Tech-Sektor als Herausforderung

Die Entscheidung von MSCI, sogenannte Digital Asset Treasury Companies (DATs) vorerst nicht aus den Indizes zu entfernen, hat die Ausgangslage für den iShares MSCI World ETF (URTH) spürbar beruhigt. Für Titel wie MicroStrategy entfällt damit kurzfristig der Druck möglicher Zwangsverkäufe, was die Aktie um fast 7 % nach oben trieb. Schätzungen zufolge werden so potenzielle Abflüsse passiver Gelder von rund 2,8 Milliarden US-Dollar vermieden, die Indexnachbildungen durcheinandergebracht hätten.

URTH bleibt damit das zentrale Produkt, um in entwickelte Volkswirtschaften zu investieren und gleichzeitig Schwellenländer zu meiden. Allerdings hat sich die Entwicklung des ETFs stark in Richtung US-Technologie verschoben, die zum Jahresauftakt 2026 hinsichtlich Bewertung verstärkt unter Beobachtung steht. Wie abhängig ist der ETF inzwischen von den großen US-Tech-Werten?

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US-Tech als Taktgeber

MSCI World bildet zwar entwickelte Märkte weltweit ab, doch die USA machen rund 70 % des Fondsvolumens aus. Die Struktur ähnelt damit stark wachstumsorientierten US-Produkten wie dem Vanguard Growth ETF (VUG), in denen die bekannten Tech-Schwergewichte dominieren.

Wesentliche Treiber sind:

  • Apple (AAPL): Zentrales Schwergewicht. Im VUG liegt die Apple-Gewichtung bei 11,21 %, was die Bedeutung des Titels als Anker auch für URTH widerspiegelt.
  • NVIDIA (NVDA): Wichtige Momentum-Aktie. Halbleiter-ETFs wie SMH sind stark auf Nvidia konzentriert, wodurch die Aktie zum zentralen Renditetreiber vieler Wachstumsindizes geworden ist.
  • Microsoft (MSFT): Gilt im Tech-Segment als defensiver Wachstumswert und Stabilitätsfaktor.
  • Meta Platforms & Alphabet: Kernpositionen im Kommunikationssektor, der mehr als 15 % vergleichbarer Wachstumsindizes ausmacht.

DAT-Faktor: MicroStrategy bleibt im Index

Die jüngste Methodik-Entscheidung von MSCI betrifft vor allem Unternehmen mit großen Krypto-Beständen in der Bilanz. Die Entscheidung vom 6. Januar, Firmen mit umfangreichen digitalen Vermögenswerten vorerst nicht auszuschließen, sichert URTH weiterhin den Zugang zu Strategien der „Corporate Bitcoin Adoption“.

MicroStrategy, das in erheblichem Umfang Bitcoin in der Unternehmensbilanz hält, legte nach der Ankündigung um 6,9 % zu. Der Titel trägt damit positiv zum Small- und Mid-Cap-Wachstumssegment innerhalb des Index bei.

Sektorallokation (vereinfacht):

  • Informationstechnologie: über 25 %, klar dominierend
  • Finanzen: zweitgrößter Block, geprägt durch US-Banken und Zahlungsdienstleister
  • Gesundheitswesen: dient als defensives Gegengewicht

Performance und Treiber

URTH profitiert weiterhin von der stärkeren Entwicklung der US-Wirtschaft im Vergleich zu vielen anderen Industriestaaten. Die Treiber ähneln denen des Nasdaq 100, der in der ersten Januarwoche ein Intraday-Hoch von 25.835 Punkten erreicht hat.

Wichtige Kennzahlen und Einflüsse:

  • US-Komponente: Der Vanguard S&P 500 ETF (VOO), der rund 70 % der URTH-Allokation widerspiegelt, kommt per 6. Januar 2026 auf eine 1-Jahres-Rendite von +17,35 %.
  • Wachstumseffekt: Der Vanguard Growth ETF (VUG) legte 2025 um +19,4 % zu – ein Indiz für anhaltend starke Performance wachstumsorientierter Large Caps in entwickelten Märkten.
  • Währungswirkung: Ein starker US-Dollar gegenüber Yen und Euro schmälert die in US-Dollar gemessene Rendite der rund 30 % Nicht-US-Anteile im Fonds.

Auf der Liquiditätsseite bleibt URTH gut handelbar, auch wenn das Volumen hinter den großen S&P-500-Produkten zurückbleibt. Die Entscheidung, DAT-Unternehmen im Index zu belassen, reduziert zudem das Risiko abrupter Umschichtungen, die im Februar-Rebalancing zu einem Liquiditätsschock hätten führen können.

Wettbewerb und Kostenstruktur

URTH steht im Wettbewerb mit US-zentrierten Fonds und breit aufgestellten Global-ETFs. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Kostenquote im Vergleich zu Alternativen wie S&P-500- oder Total-World-Produkten.

MerkmaliShares MSCI World (URTH)Vanguard S&P 500 (VOO)Vanguard Total World (VT)
Regionale AbdeckungNur entwickelte MärkteNur USAEntwickelte + Schwellenländer
Einfluss Top-HoldingsHoch (US-Tech)Hoch (US-Tech)Moderat
Kostenquote0,24 %0,03 %0,07 %
1-Jahres-ProxyHinter US-only+17,35 %Unter URTH (Belastung EM)
HauptunterscheidungSchließt Emerging Markets/China-Risiken ausReine US-Large-CapsInkl. China/Indien/Brasilien

Aus Anlegersicht entspricht der Aufpreis für URTH im Vergleich zu VOO im Kern einer Versicherung gegen eine mögliche strukturelle Schwäche der USA. In der jüngeren Vergangenheit war diese Diversifikation jedoch ein Bremsklotz: Während VOO zuletzt 17,35 % zulegte und der Nasdaq 100 um 21,05 % stieg, drückten Europa und Japan die relative Performance, statt sie zu steigern.

Blick nach vorn

1. Index-Review im Februar 2026

MSCI hat die unmittelbare Streichung von Krypto-Treasury-Firmen zwar ausgesetzt, gleichzeitig aber eine umfassendere Konsultation zu „nicht-operativen“ Unternehmen gestartet. Dieses Verfahren soll in etwa 6 bis 9 Monaten abgeschlossen sein. Je nach Ausgang könnte URTH im späteren Jahresverlauf 2026 gezwungen sein, Positionen wie MicroStrategy oder im Extremfall auch Unternehmen mit stark bilanzgetriebenen Geschäftsmodellen neu zu gewichten oder auszuschließen.

2. Bewertungsrisiken im Tech-Sektor

Berichte der Financial Times deuten darauf hin, dass Fondsmanager sich auf eine mögliche Neubewertung im US-Tech-Sektor vorbereiten. URTH weist eine hohe Korrelation zum Nasdaq 100 auf, der sich aktuell im Bereich von 25.600 Punkten bewegt. Korrekturen bei US-Megacaps würden den ETF überproportional treffen – stärker als global breit aufgestellte, gleichgewichtete oder stärker wertorientierte Strategien.

3. Systematische Mittelzuflüsse

Parallel fließen erhebliche Summen in Risikoanlagen. Bitcoin-ETFs verzeichneten am 5. Januar 2026 tägliche Zuflüsse von knapp 700 Millionen US-Dollar. Diese ausgeprägte Risikoaversion hin zu „Risk-On“-Assets korrelierte in der Vergangenheit häufig mit Zuflüssen in breite Aktien-ETFs wie URTH. Solange der US-Konsument robust bleibt und das Szenario einer weichen Landung der US-Wirtschaft Bestand hat, kann URTH von diesem Umfeld profitieren – mit etwas geringerer Volatilität als reine Tech- oder Nasdaq-Produkte, aber klarer Schwerpunktsetzung auf US-Wachstumswerte.

Im weiteren Jahresverlauf werden damit vor allem drei Faktoren entscheidend: der Ausgang der MSCI-Methodikprüfung, die Bewertungsspanne der großen US-Tech-Titel und die Stabilität des „Risk-On“-Umfelds, das aktuell die Zuflüsse in breit gestreute Aktien-ETFs stützt.

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