iShares MSCI World ETF: Wachwechsel an der Spitze

Nvidia ist nun die größte Position im iShares MSCI World ETF, was die extreme Konzentration auf US-Techwerte und die damit verbundenen Risiken unterstreicht.

Die Kernpunkte:
  • Nvidia löst Apple und Microsoft als Top-Position ab
  • US-Anteil und Tech-Konzentration erreichen Rekordniveau
  • ETF profitiert aktuell vom Ausschluss der Schwellenländer
  • Künftige Quartalsberichte und Index-Neugewichtung entscheidend

Der Begriff “Welt-Portfolio” muss neu definiert werden. Nvidia hat die langjährigen Spitzenreiter Apple und Microsoft überholt und ist nun die schwerste Position im iShares MSCI World ETF. Während der KI-Boom die Kurse treibt, steigt die Abhängigkeit von wenigen US-Tech-Giganten dramatisch an. Doch ist diese extreme Konzentration noch gesund für ein Produkt, das Diversifikation verspricht?

Nvidia übernimmt das Ruder

Die jüngste Entwicklung im Portfolio markiert eine historische Verschiebung. Zum Stichtag 16. Januar 2026 hat sich Nvidia mit einer Gewichtung von 5,34 Prozent an die Spitze des ETFs gesetzt. Damit löst die KI-Infrastruktur (Halbleiter) die klassische Unterhaltungselektronik und Software als primären Kapitaltreiber in den entwickelten Märkten ab. Apple (4,48 Prozent) und Microsoft (3,83 Prozent) wurden auf die Plätze verwiesen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei MSCI World ETF?

Diese Rochade verdeutlicht, wie stark der KI-Sektor mittlerweile die Marktrichtung diktiert. Allein die Top-10-Positionen machen inzwischen über 26 Prozent des gesamten Fondsgewichts aus. Anleger investieren faktisch weniger in die Weltwirtschaft, sondern zunehmend in den Nasdaq-100 und S&P 500.

Mogelpackung “Welt”?

Der Name des ETFs suggeriert eine globale Streuung, die Realität sieht anders aus. Zwar deckt der Fonds technisch gesehen 23 Industrieländer ab, doch der US-Anteil ist auf über 70 Prozent angewachsen. Sektoral dominiert die Informationstechnologie mit knapp 27 Prozent.

Dass diese Einseitigkeit Risiken birgt, zeigte sich gestern: Ein Rücksetzer von 1,90 Prozent führte den Anlegern vor Augen, wie anfällig der ETF für Korrekturen im Tech-Sektor ist. Wer hier investiert, kauft primär US-Wachstum mit einer Beimischung aus Europa und Japan, während Schwellenländer komplett außen vor bleiben.

Besser ohne Schwellenländer

Paradoxerweise war genau dieser fehlende “echte” Welt-Charakter zuletzt der Erfolgsgarant. Mit einem Plus von über 22 Prozent auf Jahressicht ließ der iShares MSCI World ETF (URTH) breiter aufgestellte Konkurrenten wie den Vanguard Total World Stock ETF (VT) hinter sich.

Der Grund ist simpel: Der URTH verzichtet auf Emerging Markets. Während chinesische Aktien die Performance globaler All-Country-Indizes bremsten, profitierte der URTH ungebremst von der US-Tech-Rallye. Die höhere Kostenquote von 0,24 Prozent gegenüber Vanguard (0,07 Prozent) rechtfertigt sich derzeit durch die Outperformance, die durch den Ausschluss geopolitisch volatiler Regionen erzielt wurde.

Entscheidende Wochen stehen an

Für den weiteren Kursverlauf sind nun die Unternehmenszahlen der “Großen Drei” ausschlaggebend. Da Nvidia, Apple und Microsoft zusammen einen massiven Teil des ETFs ausmachen, werden deren kommende Quartalsberichte die Richtung vorgeben. Zudem sollten Anleger Anfang Februar genau hinsehen: Dann steht die nächste Index-Neugewichtung von MSCI an, die den Tech-Anteil aufgrund der gestiegenen Bewertungen weiter erhöhen könnte. Charttechnisch gilt es, die Unterstützung bei 180 US-Dollar zu halten und den Widerstand bei 190 US-Dollar nachhaltig zu überwinden.

MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen?! Neue MSCI World ETF-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:

Die neusten MSCI World ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für MSCI World ETF-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...