iShares MSCI World: Moody’s-Herabstufung trifft Index-Umbau am 29. Mai

Der Welt-ETF erreicht fast sein Allzeithoch, während Moody's die US-Bonität senkt und Zinssorgen den Markt belasten.

Die Kernpunkte:
  • ETF notiert knapp unter Rekordhoch
  • Moody's senkt US-Kreditwürdigkeit
  • US-Technologiewerte stark gewichtet
  • Markt gilt als extrem überkauft

Ein frisches Jahreshoch auf der einen Seite, massive makroökonomische Risiken auf der anderen. Beim iShares MSCI World ETF prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Der Fonds notiert mit 199,92 US-Dollar nur knapp unter seinem Rekordniveau. Parallel dazu baut sich enormer Druck auf den Aktienmarkt auf.

Noch vor der Eröffnung am Montag müssen Anleger eine historische Zäsur verarbeiten. Moody’s stufte die US-Kreditwürdigkeit von Aaa auf Aa1 herab. Die Ratingagentur reagiert damit auf die steigende Staatsverschuldung und treibt die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen über die Fünf-Prozent-Marke.

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Für den Welt-ETF ist das ein direkter Stresstest. Das Portfolio besteht zu rund 70 Prozent aus US-Aktien. Steigende Anleiherenditen dämpfen traditionell die Attraktivität dieser Papiere. Das gilt besonders für den hoch bewerteten Technologiesektor, der knapp ein Drittel des Fondsvermögens ausmacht.

Nvidia führt die Gewichtung mittlerweile mit gut sechs Prozent an, gefolgt von Apple und Microsoft. Mitte Mai flossen dem ETF frische Mittel in dreistelliger Millionenhöhe zu. Ein technisches Warnsignal trübt das Bild. Mit einem RSI-Wert von 94,6 gilt der Markt als extrem überkauft. Das lässt kaum Puffer für plötzliche Korrekturen.

Hartnäckige Inflation zwingt Fed zum Warten

Der makroökonomische Hintergrund bleibt angespannt. Zuletzt kletterten die US-Verbraucherpreise auf eine Jahresrate von 3,8 Prozent. Die US-Notenbank hielt den Leitzins daraufhin stabil. Die Terminmärkte haben Zinssenkungen für das laufende Jahr mittlerweile vollständig ausgepreist.

In dieser Woche rücken die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung in den Fokus. Es war das letzte Treffen unter der Leitung von Jerome Powell. Am Donnerstag folgen wichtige US-Konjunkturdaten, darunter Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Einkaufsmanagerindizes. Diese Zahlen werden zeigen, ob die amerikanische Wirtschaft dem Zinsdruck weiter standhält.

Index-Umbau Ende Mai

Abseits der Geldpolitik steht ein strukturelles Ereignis an. Am 29. Mai setzt MSCI seine halbjährliche Indexüberprüfung um. Neue Werte wie Medline A und TechnipFMC rücken in den Weltindex auf und verbreitern die Sektorabdeckung leicht. Im Juni folgt eine angepasste Berechnungsmethode für den Streubesitz.

Auf der Kostenseite weht BlackRock ein rauerer Wind entgegen. Konkurrent Invesco senkte die Gebühren für sein MSCI-World-Produkt unlängst auf 0,05 Prozent. Der iShares-ETF verlangt weiterhin 0,24 Prozent. Morningstar hält dennoch an der Bestnote von fünf Sternen fest.

Die Kombination aus historischer Rating-Herabstufung und extrem überkaufter Markttechnik definiert den Rahmen für die kommenden Handelstage. Hält der ETF sein Niveau knapp unter der 200-Dollar-Marke nicht, droht ein schneller Abbau der jüngsten Zuflüsse. Die anstehenden Fed-Protokolle liefern den nächsten konkreten Impuls.

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