Ist Healthineers etwas fürs Depot?

Trotz der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten hat der Münchner Technologiekonzern Siemens nun offiziell den Startschuss für den Börsengang seiner Medizintechnik-Tochter Healthineers gegeben. Damit könnte die erste Notierung in vier Wochen stattfinden. Auch wenn die Preisspanne für die Börsenplatzierung noch nicht bekannt ist, könnte dieses IPO zum zweitgrößten in der Geschichte des deutschen Finanzplatzes werden.

Bei der geplanten Emission handelt es sich nach Aussagen von Siemens um eine reine Umplatzierung eigener Anteile. Insgesamt soll ein Streubesitz zwischen 15-25% angestrebt werden. Damit könnte die gesamte Emission ein Volumen von rund 7 Milliarden Euro haben. Damit wäre nur der Börsengang der Deutschen Telekom 1996 mit 10,6 Milliarden Euro größer.

Medizintechnik bleibt Wachstumsbranche

Die Börse wartet schon gespannt auf den Neuling. Denn dieser hat durchaus einiges zu bieten, was für einen langfristigen Erfolg am Kapitalmarkt spricht. Dass der Bereich Medizintechnik grundsätzlich als Wachstumsbranche gesehen wird, darf man als allgemein anerkannt ansehen. Die Frage ist hier nur, wo die einzelnen Wachstumsimpulse herkommen. Bei Healthineers geht es dabei hauptsächlich um drei Bereiche: Bildgebung, Labordiagnostik und die sogenannten neuartigen Therapien.

Dabei dürften in den mittelfristigen Planungen des Unternehmens insbesondere die Bereiche Bildgebung und Labordiagnostik zu den Wachstumstreibern gehören. Hier wird mit weiteren Steigerungen in den Marschen gerechnet. Für das Gesamtunternehmen werden Umsatzzuwächse mittelfristig zwischen 4-6% per annum angepeilt. Im vergangenen Jahr meldete Healthineers einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro mit einem operativen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro.

Healthineers als Dividendentitel

Entscheidend für den Erfolg des Börsengangs dürfte neben der gegebenen operativen Perspektive natürlich auch die Bewertung sein. Nach derzeit vorliegenden Analystenschätzungen könnte die Sparte mit rund 38 Milliarden Euro bewertet werden. Damit würde man im Mittelfeld der Peer-Group landen, was natürlich Spielraum für die Aktiennotierung geben könnte.

Ein wichtiges Thema bei den folgenden Anlageentscheidungen wird auch sein, wie Healthineers es in Zukunft mit seinem starken Cashflow halten wird. Hier gehen Analysten davon aus, dass Healthineers das robuste, aber überschaubare Wachstumstempo damit kompensiert, indem man eine sehr attraktive Dividendenrendite anbietet. Ganz abgesehen davon, dass mittel- bis langfristig auch eine Mitgliedschaft in einem der großen Indices möglich erscheint, wenn Siemens den Streubesitz tendenziell noch erhöht.

Fazit: Die letzte Entscheidung, ob man beim IPO als Anlieger mitmachen sollte oder nicht, kann nur die angebotene Preisspanne sein. Diese wird voraussichtlich in zwei Wochen bekannt gegeben. Vom jetzigen Rahmen her würden wir aber ein Investment in Healthineers für aussichtsreich halten, zumindest für eine Dividendenstrategie.

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