ITM Power Aktie: 26. Mai entscheidet über 46,5 Millionen

ITM Power steht vor richtungsweisenden Terminen. Analysten bewerten die Aktie sehr unterschiedlich, während Insider gemischte Signale senden.

Die Kernpunkte:
  • Kursrally von 400 Prozent in zwölf Monaten
  • Insiderverkäufe und CEO-Beteiligung mit Bedingungen
  • Analysten uneins über Kursziele und Risiken
  • Entscheidende Termine Ende Mai und Juni

ITM Power geht in die wichtigsten Wochen seit Jahren. Der Wasserstoff-Spezialist hat die Börse mit einer Kursrally überrascht, aber die Signale aus dem Aktionariat passen nicht sauber zusammen. Privatanleger nehmen Gewinne mit. Institutionelle Käufer greifen weiter zu.

Die Aktie legte in zwölf Monaten rund 400 Prozent zu. Ein weiterer Kursschub kam durch die Allianz mit Worley. Der Engineering-Konzern will ITMs Elektrolyseur Neptune V in mittelgroße Wasserstoffprojekte einbinden.

An einem Handelstag sprang das Volumen auf 13,2 Millionen Aktien. Das lag 168 Prozent über dem Schnitt, der Kurs erreichte 174,80 Pence. Auf Plattformen wie AJ Bell zählte ITM Power zeitweise zu den meistverkauften Aktien.

Insider senden gemischte Signale

Auch im Management ist das Bild nicht einheitlich. Technikchef Simon Bourne übte Optionen auf 1.326.417 Aktien aus und verkaufte 872.738 Stück zu durchschnittlich 157,44 Pence. ITM Power nannte den Verkauf eine „Sell-to-cover“-Transaktion zur Deckung der Steuerlast.

Bourne hält danach 656.570 Aktien, was etwa 0,095 Prozent des ausgegebenen Kapitals entspricht. CEO Dennis Schulz setzt ein anderes Signal: Seine 1,3 Millionen Aktien werden erst fällig, wenn ITM profitable Verträge gewinnt und die neue Chronos-Linie in Sheffield planmäßig startet.

Analysten sind tief gespalten

Die Banken kommen zu sehr unterschiedlichen Urteilen. Das passt zur Aktie: viel Fantasie, aber noch keine nachhaltigen Gewinne.

  • Morgan Stanley stuft ITM Power mit Kursziel 170 Pence auf „Overweight“ hoch und erwartet den operativen Break-even im Geschäftsjahr 2028.
  • Jefferies erhöht das Kursziel auf 200 Pence, verweist aber auf ein schiefes Risikoprofil: 52 Prozent Verlust im Negativfall, 37 Prozent Potenzial im Positivfall.
  • UBS bleibt bei „Neutral“ und sieht mit 60 Pence deutlich weniger Wert, weil die Bewertung den Fundamentaldaten weit vorauslaufe.

Operativ hat ITM Fortschritte gemacht. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres erzielte das Unternehmen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund. Die Jahresprognose hob das Management auf 40 bis 43 Millionen Pfund an.

Der Auftragsbestand liegt bei 152 Millionen Pfund. Davon gelten 71 Prozent als profitabel, was für die Qualität der neuen Projekte spricht. Mit rund 198 Millionen Pfund Cash hat ITM zudem finanziellen Spielraum.

Profitabel ist das Geschäft aber noch nicht. Der Vorsteuerverlust stieg im Geschäftsjahr bis April 2025 auf 45,4 Millionen Pfund, nach 27,1 Millionen Pfund zuvor. Jefferies erwartet den EBITDA-Breakeven nicht vor 2028.

Zwei Termine rücken näher

Am 26. Mai veröffentlicht die britische Subsidy Advice Unit ihren Bericht zu einer geplanten Förderung von 46,5 Millionen Pfund. Das Geld soll den Ausbau des Standorts Sheffield stützen. Kernprojekt ist Chronos, eine automatisierte Produktionslinie mit einem Gigawatt Jahreskapazität.

Die neue Linie soll die Produktion deutlich skalieren. ITM spricht von dreifacher Leistung und um 40 Prozent niedrigeren Herstellungskosten. Bei einem positiven Bescheid will das Management im Juni über die finale Investition entscheiden.

Am 29. Mai folgt die Aufnahme in den MSCI UK Small Cap Index. Das kann passive Fonds zu Käufen zwingen, unabhängig von der Bewertung. Dieser technische Rückenwind hat aber selten dauerhaften Wert, wenn operative Fortschritte fehlen.

Parallel laufen weitere mögliche Kurstreiber. Dazu zählen die britische Hydrogen Allocation Round 2, Unipers mögliches 120-Megawatt-Projekt Humber H2ub und die Kooperation mit Rheinmetall für synthetische Kraftstoffe in Europa.

Der Juni-Handelsbericht wird damit zum ersten echten Test nach der Rally. Starke Chronos-Aufträge und klare Fortschritte in Sheffield könnten die hohe Bewertung stützen. Ohne diese Belege bleibt die Aktie vor allem ein Titel mit viel Erwartung im Kurs.

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