ITM Power Aktie: 46,5 Millionen Pfund für Chronos
Trotz Förderung und Analystenoptimismus fällt die ITM Power Aktie auf ein neues Tief. Der Geschäftsbericht im August wird richtungsweisend.

- Aktie verliert trotz Millionen-Förderung
- Kurs liegt 51 Prozent unter Jahreshoch
- Analysten sehen Kurspotenzial von 23 Prozent
- Geschäftsbericht Mitte August erwartet
Ein Rabatt von 51 Prozent zum Jahreshoch, ein Förderbescheid über 46,5 Millionen Pfund und eine Kaufquote von sechs von zehn Analysten. Bei ITM Power passen Kursverlauf und Fundamentaldaten gerade nicht zusammen.
Die Aktie des britischen Wasserstoff-Spezialisten schloss am Donnerstag bei 1,26 Euro. Das bedeutet ein Tagesminus von 4,90 Prozent. Der Titel notiert damit rund 51 Prozent unter seinem Jahreshoch von 2,58 Euro, das erst Ende Mai erreicht wurde.
Trotz des Rückschlags bleibt die Jahresperformance mit einem Plus von 74,43 Prozent beeindruckend. Der Absturz der vergangenen Wochen zeigt aber, wie nervös der gesamte Sektor derzeit reagiert. Anleger richten den Blick nun auf den Geschäftsbericht, den ITM Power für Mitte August 2026 angekündigt hat.
Sheffield wird zur Wasserstoff-Fabrik
Im Zentrum der Wachstumsstrategie steht der „Chronos“-Elektrolyseur-Stack. Anfang des Monats erhielt ITM Power dafür offiziell einen Förderbescheid des britischen Energieministeriums DESNZ über 46,5 Millionen Pfund. Das Geld fließt in den Aufbau einer Produktionslinie mit einer Jahreskapazität von 1 Gigawatt am Standort Sheffield.
Automatisierte Fertigungsanlagen sollen dort Kosten senken und die Effizienz steigern. Zusätzlich hat sich Great British Energy mit einer strategischen Eigenkapital-Investition von 40 Millionen Pfund beteiligt. Der Staat baut damit gezielt die heimische Wasserstoff-Infrastruktur mit ITM Power als zentralem Akteur aus.
Auftragsbuch und offene Baustellen
Auf der operativen Seite läuft die Inbetriebnahme des Lingen-1-Projekts, einer 100-Megawatt-PEM-Anlage. Parallel arbeitet ITM Power bereits an der zweiten Bauphase Lingen 2, ebenfalls mit 100 Megawatt Kapazität. Das Auftragsbuch lag zuletzt bei rund 152 Millionen Pfund.
Das Management hatte für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz zwischen 35 und 40 Millionen Pfund in Aussicht gestellt. Ob dieses Ziel im letzten Quartal erreicht oder sogar übertroffen wurde, bleibt bis zum Geschäftsbericht offen.
Analysten sehen Kaufchance, Charttechnik bremst
Von zehn Analysten, die den Titel beobachten, empfehlen sechs die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei umgerechnet etwa 1,55 Euro und damit rund 23 Prozent über dem aktuellen Niveau. Die fundamentale Einschätzung fällt damit deutlich optimistischer aus als die jüngste Kursentwicklung vermuten lässt.
Die Charttechnik zeichnet ein gemischtes Bild. Der Relative-Stärke-Index steht bei 41,3 und nähert sich damit überverkauftem Terrain, ohne es bereits erreicht zu haben. Zwar notiert die Aktie über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 1,09 Euro, liegt aber deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,61 Euro — ein Zeichen für die scharfe Korrektur der vergangenen zwei Monate.
Die kommenden Wochen bis zur Vorlage des Jahresberichts Mitte August dürften zeigen, wie belastbar das Vertrauen der Analysten tatsächlich ist. Bis dahin bleibt offen, ob die staatlichen Fördergelder und der Auftragsbestand von 152 Millionen Pfund die Lücke zwischen Kursziel und Marktpreis schließen können.
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