ITM Power Aktie: Britische Zuteilungsrunde entscheidend

Die britischen Zuteilungen für zwei ITM-Projekte sind noch offen; ihr Ausgang beeinflusst mögliche Lieferverträge und die Planungssicherheit.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert am Dienstag 2,8 Prozent
  • Zwei britische Vorhaben als Lieferprojekte vorgesehen
  • Förderentscheidungen der Regierung stehen noch aus
  • Erste Wasserstofflieferung aus Lingener Anlage erfolgt

Kursabschlag trifft auf unklare politische Rahmenbedingungen

Am heutigen Dienstag notiert das Papier von ITM Power bei 1,13 Euro und verzeichnet damit ein Minus von 2,8 Prozent. Ein konkreter unternehmensspezifischer Anlass für die heutige Kursbewegung ist nicht belegt. Dennoch fällt der Rücksetzer in eine Phase, in der grundlegende Weichenstellungen für die weitere Entwicklung anstehen.

Für Aufmerksamkeit im Umfeld des Unternehmens sorgte am 1. Oktober zudem eine Pflichtmitteilung über eine minimale Transaktion: Der Verwahrer von Finanzchefin Amy Grey veräußerte 111 Stammaktien zu einem Preis von je 1,0053 Pfund, um anfallende Kontoführungsgebühren zu decken. Laut der Meldung erfolgte dieser Verkauf vollständig ohne Weisung oder Kenntnis der Finanzchefin.

Die Freigabe der britischen Förderrunde steht im Mittelpunkt

Der maßgebliche Faktor für die künftige Auslastung liegt derzeit auf politischer Ebene in Großbritannien. Ende September warnte der Branchenverband Hydrogen UK davor, dass Verzögerungen bei der Regierungspolitik und bei den anstehenden Zuteilungsentscheidungen das Vertrauen der Investoren in den gesamten Sektor untergraben könnten.

Medienberichten zufolge ist ITM Power als Lieferant für zwei konkrete Vorhaben der zweiten britischen Zuteilungsrunde eingeplant. Ob und wann aus diesen Zuweisungen verbindliche Lieferverträge werden, hängt maßgeblich davon ab, wie zügig die staatlichen Stellen in London ihre Beschlüsse fassen.

Zügige Projektentscheidungen würden den Auftragsbestand stützen

In einem positiven Szenario räumt die britische Regierung die bestehenden Verzögerungen zeitnah aus dem Weg und schließt die Zuteilungsentscheidungen der Förderrunde verbindlich ab. Für ITM Power würde dieser Schritt unmittelbare Planungssicherheit für die beiden vorgesehenen Projekte bedeuten.

Dass die Technologie des Konzerns im industriellen Maßstab einsatzbereit ist, belegt die operative Praxis: Vor über einem Monat floss erster grüner Wasserstoff aus der Elektrolyse-Anlage von RWE in Lingen über eine Pipeline von rund 120 Kilometern Länge in den Chemiepark von Evonik in Marl. Verbindliche Zuteilungen in Großbritannien könnten an solche Erfolge anknüpfen und den Auftragsbestand stützen.

Anhaltende Hängepartie droht Investorenvertrauen zu belasten

Bleiben die staatlichen Zuteilungsentscheidungen in Großbritannien hingegen weiter aufgeschoben, drohen die von Hydrogen UK geäußerten Warnungen Realität zu werden. Ein fortschreitender Vertrauensverlust auf Investorenseite könnte zu weiteren Projektverzögerungen führen.

Für ITM Power bedeutet dieses Risiko eine anhaltende Unsicherheit bezüglich der avisierten Lieferungen für die zwei Projekte der zweiten Förderrunde. Trotz des Kursrückschlags am heutigen Tag liegt der Wert seit Jahresanfang mit 56 Prozent im Plus. Eine anhaltende Lähmung der britischen Wasserstoffpolitik könnte diese Entwicklung jedoch empfindlich dämpfen.

Politische Signale aus London bestimmen den weiteren Weg

Für Anleger ergibt sich daraus ein klar umrissenes Entscheidungsfeld. Solange die staatliche Förderkulisse grundsätzlich intakt bleibt und die Zuteilungen für die zweite Runde in absehbarer Zeit erfolgen, bleibt die Aussicht auf neue Lieferverträge für die beiden britischen Projekte bestehen.

Kippt der Zeitplan durch weitere staatliche Verzögerungen jedoch vollends, droht der Branche eine längere Phase der Lähmung. Als nächster maßgeblicher Katalysator für die weitere Richtung fungiert daher das Signal der britischen Regierung zur Finalisierung der Zuteilungsrunde.

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