ITM Power Aktie: MSCI-Aufnahme am Donnerstag

ITM Power profitiert von MSCI-Aufnahme, Chronos-Förderung und Rheinmetall-Deal. Analysten sehen Potenzial, die Aktie legte bereits stark zu.

Die Kernpunkte:
  • MSCI-Indexeintritt ab Donnerstag
  • 46,5 Mio. Pfund Staatszuschuss bestätigt
  • Kooperation mit Rheinmetall vereinbart
  • Orderbuch auf 152 Mio. Pfund gestiegen

ITM Power steht vor einer Woche, die das Aktionärsbuch dauerhaft verändern könnte. Ein bestätigter Staatsauftrag, ein bevorstehender Indexeintritt und eine gespaltene Analystengemeinde treffen gleichzeitig aufeinander.

Passivfonds müssen kaufen

Ab Donnerstag ist ITM Power offiziell Teil des MSCI United Kingdom Small Cap Index. Die Aufnahme zwingt passive Fonds und ETFs, die den Index abbilden, ihre Portfolios anzupassen. Das erzeugt eine vorhersehbare Kaufwelle.

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Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,1 Milliarden Pfund ist ITM groß genug, um einen spürbaren Indexeffekt auszulösen. Die Aufnahme erhöht auch die Sichtbarkeit bei internationalen Institutionellen, die MSCI als Screening-Instrument nutzen.

Chronos-Förderung beseitigt den größten Unsicherheitsfaktor

Am 20. Mai bestätigte die britische Regierung einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund für ITM Power. Das Geld fließt in eine vollautomatisierte Produktionslinie in Sheffield für den neuen Chronos-Elektrolyseur.

Chronos liefert 2 MW pro Einheit — dreimal mehr als das aktuelle Modell. Die Kosten sinken um 40 Prozent, der Platzbedarf halbiert sich. Das Gesamtprojekt kostet bis zu 120 Millionen Pfund. Staatliche Mittel decken davon 86,5 Millionen ab, darunter 40 Millionen Pfund von Great British Energy. Die finale Investitionsentscheidung soll im Juni fallen, der Betrieb startet 2028.

Einige Analysten hatten zuvor ein Abwärtsszenario von 52 Prozent für den Fall gewarnt, dass die Förderung scheitert. Dieser Unsicherheitsfaktor ist nun vom Tisch.

Rheinmetall-Partnerschaft öffnet Verteidigungsmarkt

ITM Power hat seinen adressierbaren Markt ausgeweitet. Im April 2026 schloss das Unternehmen eine strategische Kooperation mit Rheinmetall. Im Mittelpunkt steht das Giga-PtX-Projekt: ein europaweites Netzwerk dezentraler Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe für NATO-Streitkräfte.

Geplant sind mehrere Hundert Anlagen mit je bis zu 50 MW Elektrolysekapazität. Jede Anlage soll zwischen 5.000 und 7.000 Tonnen E-Fuel pro Jahr produzieren. Der Fokus liegt zunächst auf Großbritannien.

Orderbuch wächst, Verluste schrumpfen

Das Orderbuch steht bei 152 Millionen Pfund. 71 Prozent davon gelten als profitabel. Der bereinigte EBITDA-Verlust sank im ersten Halbjahr auf 11,9 Millionen Pfund — nach 16,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 hob das Management auf 40 bis 43 Millionen Pfund an.

Der Vorsteuerverlust für das Geschäftsjahr bis April 2025 weitete sich auf 45,4 Millionen Pfund aus. Die Liquidität am Jahresende lag bei 210 bis 215 Millionen Pfund — gestützt durch die Great-British-Energy-Beteiligung.

Außerhalb Sheffields wächst die Pipeline. Für Unipers Humber-H2ub-Anlage hat ITM einen FEED-Vertrag für sechs Poseidon-Module mit je 20 MW unterzeichnet. Die finale Investitionsentscheidung ist für 2026 geplant, der Betrieb für 2029.

Analysten uneins, Aktie bereits 164 Prozent im Plus

Die Meinungen klaffen weit auseinander. Jefferies hob das Kursziel von 115 auf 200 Pence an und verwies auf höhere Gewinnschätzungen und bessere Projektsichtbarkeit. Morgan Stanley stieg erstmals seit 2021 bei einem britischen Wasserstofftitel bullish ein: „Overweight“ mit einem Ziel von 170 Pence und positiver EBITDA-Prognose für 2028. UBS bleibt skeptisch — „Neutral“, Kursziel 60 Pence — mit dem Argument, dass die operativen Verbesserungen bereits eingepreist sind.

Die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten 164 Prozent zugelegt. Ballard Power stieg im gleichen Zeitraum um 163 Prozent, Plug Power um 105 Prozent, NEL um 70 Prozent.

Das Insiderbild ist gemischt. Technologiechef Simon Bourne verkaufte den Großteil seiner Aktienoptionen zu durchschnittlich 157,44 Pence — aus steuerlichen Gründen, wie er erklärte. CEO Dennis Schulz hingegen hat seine 1,3 Millionen Aktien an die erfolgreiche Auslieferung von Chronos und den Abschluss profitabler Verträge geknüpft.

Die mechanische Kaufwelle durch den Indexeintritt wird bald abklingen. Dann zählt, ob ITM Power das Orderbuch in Umsatz verwandelt, die Margen ausbaut und den Weg zur Profitabilität bis 2028 glaubwürdig macht.

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