ITM Power Aktie: Partnerschaft für Cromarty-Projekt formalisiert

ITM Power erhält staatliche Unterstützung und baut Partnerschaften aus, muss am 15. September jedoch die angehobene Umsatzprognose bestätigen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt auf 1,19 Euro
  • 46,5 Millionen Pfund Zuschuss bewilligt
  • 40 Millionen Pfund für Chronos
  • Jahreszahlen am 15. September erwartet

Manche Aktien warten geduldig auf ihren nächsten Termin. ITM Power gehört nicht dazu. Während der Elektrolyseur-Hersteller aus Sheffield in fünf Tagen seine Jahreszahlen für das Geschäftsjahr bis April 2026 vorlegt, bröckelt der Kurs schon jetzt vor sich hin – heute um 3,6 Prozent auf 1,19 Euro. Ein Muster, das sich bei diesem Titel wiederholt: Erwartung schlägt Nervosität, lange bevor Fakten auf dem Tisch liegen.

Diese Nervosität passt zu einem größeren Bild. Der Wasserstoffsektor lebt seit Jahren von Ankündigungen, Förderbescheiden und Partnerschaften – doch die Umsetzung in profitables Wachstum bleibt zäh. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich ITM Power gerade sehr konkret.

Wenn Kapital fließt, aber Geduld gefragt bleibt

Zwei Bausteine zeigen, dass es dem Unternehmen nicht an Rückhalt mangelt. Ein Zuschuss über 46,5 Millionen Pfund vom britischen Ministerium für Energiesicherheit und Netto-Null wurde inzwischen förmlich bewilligt.

Zusammen mit einer Eigenkapitalspritze von 40 Millionen Pfund durch Great British Energy fließt frisches Geld in den Aufbau der nächsten Elektrolyseur-Generation namens Chronos. Das ist kein kleines Signal: Der britische Staat und ein staatlich getragener Energieinvestor stützen die industrielle Basis von ITM Power in einer Phase, in der viele Wasserstoffprojekte weltweit ins Stocken geraten.

Parallel dazu baut das Unternehmen sein Partnernetz aus. Mit Protium Green Solutions wurde eine strategische Partnerschaft formalisiert, die den Bau industrieller Grünwasserstoffanlagen in Großbritannien vorantreiben soll – mit dem Cromarty-Projekt in Schottland als erstem Fokuspunkt.

Mit DB Systemtechnik existiert zudem eine Absichtserklärung für eine gemeinsame Machbarkeitsstudie. Beides sind Bausteine für die Zukunft, keine sofortigen Umsatzbringer. Und genau darin liegt das Dilemma vieler Wasserstoffwerte: Die Pipeline füllt sich, während die Kasse erst mit Verzögerung folgt.

Die Zahlen vom Februar als Blaupause

Ein Blick zurück auf die Halbjahreszahlen von Anfang Februar zeigt, wohin die Reise gehen könnte. ITM Power meldete damals einen Rekord-Halbjahresumsatz von 18 Millionen Pfund, verbesserte den Bruttoverlust auf 6,5 Millionen Pfund von zuvor 10,2 Millionen Pfund und wies einen Auftragsbestand von 152 Millionen Pfund aus, von dem 71 Prozent als profitabel eingestuft wurden.

Kurz darauf, Mitte Februar, hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 40 bis 43 Millionen Pfund an – ein Zeichen für anziehendes Projektgeschäft.

Doch Prognosen sind das eine, ihre Erfüllung das andere. Genau das macht den Termin am 15. September zur eigentlichen Nagelprobe. Bestätigt ITM Power die angehobene Guidance, wäre das ein Beleg dafür, dass die milliardenschweren Fördergelder und Partnerschaften tatsächlich in Umsatz münden.

Verfehlt das Unternehmen die Marke, dürfte der Markt das als weiteres Indiz werten, dass der Sektor insgesamt schneller Kapital verbrennt, als er Kunden gewinnt.

Strukturwandel mit Wartezeit

Der globale Markt für Wasserstoffelektrolyseure soll laut Marktbeobachtungen von 2,1 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf 8,8 Milliarden US-Dollar bis 2033 wachsen, mit jährlichen Zuwachsraten von 22,8 Prozent.

PEM-Systeme, die auch ITM Power herstellt, gewinnen dabei überproportional Anteile an Großaufträgen. Die Kapazitätsreservierungen bei führenden Herstellern reichen bereits 18 bis 30 Monate im Voraus. Das strukturelle Wachstumsversprechen bleibt also intakt.

Nur zeigt der Aktienkurs, wie sehr Anleger inzwischen zwischen Vision und Bilanz unterscheiden. Seit dem Jahreshoch von 2,58 Euro Ende Mai hat das Papier gut die Hälfte seines Werts verloren, notiert aber immer noch deutlich über dem Jahrestief von 0,6480 Euro im Februar.

Diese Spanne erzählt die Geschichte eines Unternehmens, das zwischen staatlicher Rückendeckung, wachsendem Auftragsbuch und der schlichten Frage steht, wann sich all das endlich in schwarzen Zahlen niederschlägt. Am 15. September wird die Antwort ein Stück konkreter.

Anzeige

ITM Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ITM Power-Analyse vom 10. September liefert die Antwort:

Die neusten ITM Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ITM Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ITM Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu ITM Power