ITM Power Aktie: SAU-Bericht zu £46,5 Millionen freigegeben
Britische Behörde gibt grünes Licht für 46,5-Millionen-Pfund-Zuschuss. ITM Power startet Bau der 1-GW-Fabrik für neue Elektrolyseur-Generation.
- Subventionsprüfung erfolgreich abgeschlossen
- Bau einer 1-GW-Fertigungsanlage geplant
- MSCI-Aufnahme als weiterer Kurstreiber
- Shortseller reduzieren Positionen deutlich
Die letzte formale Hürde vor dem Geld ist gefallen. Die britische Subventionsberatungsbehörde SAU hat ihren Prüfbericht zu ITM Powers £46,5 Millionen Chronos-Zuschuss veröffentlicht. Das Wirtschaftsministerium DESNZ kann nun die Finanzierung vertraglich fixieren – der Schlüssel für den nächsten Produktionssprung des Sheffield-Elektrolyseur-Herstellers.
Regulatorische Hürde genommen
Die SAU bewertete die Vereinbarkeit der geplanten Subvention mit dem Subsidy Control Act 2022. Der Bericht ist der verfahrenstechnische Meilenstein, den Investoren seit April erwarteten. Damals hatte DESNZ ITM Power die Absicht zur Vergabe des Zuschusses mitgeteilt – unter Vorbehalt der Subventionskontrolle.
Das Verfahren soll im Juni 2026 abgeschlossen sein. Danach, bei positivem Ausgang, wird der Zuschuss vertraglich fixiert.
Wofür das Geld fließt
Die £46,5 Millionen sind ein Kapitalzuschuss, der über die Haushaltsjahre 2026/27 und 2027/28 ausgezahlt wird. Finanziert wird der Bau einer neuen 1-GW-Fertigungsanlage in Sheffield für ITMs nächste Elektrolyseur-Generation, die Chronos-Plattform.
Chronos liefert zwei Megawatt pro Einheit – dreimal so viel wie das aktuelle System, bei 40 Prozent niedrigeren Kosten und halbiertem Platzbedarf. Die Gesamtinvestition über drei Jahre summiert sich auf bis zu £120 Millionen, ermöglicht durch £86,5 Millionen staatliche Unterstützung. Der kommerzielle Betrieb der Fertigungslinie ist für 2028 anvisiert.
Das Management will die finale Investitionsentscheidung unmittelbar nach dem SAU-Bescheid im Juni treffen.
Passives Geld im Anmarsch
Drei Tage nach dem SAU-Bericht kommt ein weiterer Katalysator: ITM Power wurde in den MSCI UK Small Cap Index aufgenommen, die Änderung wird nach Börsenschluss am 29. Mai wirksam. Passive Fonds und ETFs, die den Index abbilden, müssen ihre Portfolios anpassen. Das schafft eine berechenbare Nachfrage. Die Marktkapitalisierung von rund £1,11 Milliarden gibt ITM genug Gewicht, um zu wirken.
Shortseller geben auf
Parallel dazu ziehen sich die Bären zurück. Zum 30. April beliefen sich die Leerverkaufspositionen auf 18.761 Aktien – ein Rückgang von 40,3 Prozent gegenüber dem 15. April. Das war der aktuellste verfügbare Datenstand Mitte Mai.
Die Aktie ist seit Januar um rund 160 Prozent gestiegen, getrieben von institutionellen Käufen. Privatanleger nutzen die Rally dagegen zum Ausstieg. Auf der AJ-Bell-Handelsplattform war ITM Power kürzlich der meistverkaufte Wert des Tages.
Insider vertrauen
Das Management zeigt Zuversicht mit eigenen Käufen. Am 15. Mai nutzten CEO und CTO ITMs „Buy as You Earn“-Plan und erwarben jeweils 184 Aktien zu durchschnittlich 162 Pence. Ein Kontrast zur früheren Sell-to-Cover-Transaktion des Technologievorstands Simon Bourne: Er hatte Optionen über 1,33 Millionen Aktien zu durchschnittlich 32 Pence ausgeübt und anschließend rund 873.000 Stück zu 157,44 Pence verkauft – zur Begleichung seiner Steuerschuld, wie das Unternehmen erklärte.
Fortschritt, aber Verluste
Der Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 erreichte mit £18 Millionen einen Rekord. Das Management erwartet nun einen Jahresumsatz von über £40 Millionen, die Obergrenze liegt bei £43 Millionen. Das Auftragsbuch steht bei £152 Millionen, davon gelten 71 Prozent der Verträge als profitabel – eine deutliche Abkehr vom Altbestand.
Der Vorsteuerverlust für das bis April 2025 laufende Geschäftsjahr weitete sich allerdings von £27,1 auf £45,4 Millionen aus. Die Cash-Prognose zum Jahresende hob das Management auf £210 bis £215 Millionen an – beflügelt durch Mittel aus der GBE-Zeichnung. Jefferies erwartet ein positives EBITDA frühestens 2028.
Analysten uneins
Jefferies erhöhte das Kursziel von 115 auf 200 Pence – mit Verweis auf höhere Ertragsschätzungen, niedrigere Diskontsätze und bessere Projekt-Sichtbarkeit. Morgan Stanley wurde erstmals seit 2021 wieder bullish für einen britischen Wasserstofftitel, stufte auf „Overweight“ hoch, Ziel 170 Pence, und prognostiziert ebenfalls positives EBITDA bis 2028. UBS bleibt vorsichtig: „Neutral“ mit einem Kursziel von 60 Pence, da die operative Verbesserung weitgehend eingepreist sei.
Jefferies warnt zudem: Ein negativer Subventionsbescheid birgt ein Abwärtsrisiko von 52 Prozent für den Aktienkurs. Mit dem veröffentlichten SAU-Bericht und dem Verfahrensabschluss im Juni wird das MSCI-Rebalancing am 29. Mai nun zeigen, wie viel von der Vervierfachung der Aktie Bestand hat – sobald die mechanischen Käufe abebben.
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