ITM Power Aktie: Wasserstoff-Zögern?

Der Umsatz wuchs im Geschäftsjahr 2026 um 68 Prozent, während Verluste und verzögerte Projektentscheidungen die Umsetzung weiter erschweren.

Die Kernpunkte:
  • Peel Hunt reduziert Ziel auf 88 Pence
  • Freitagskurs fällt um 3,8 Prozent
  • Geschäftsjahresumsatz steigt auf 43,6 Millionen Pfund
  • Bereinigter EBITDA-Verlust beträgt 20,2 Millionen Pfund

Die Kurszielsenkung von Peel Hunt wegen Umsetzungsrisiken belastet ITM Power. Am Freitag verzeichnete die Aktie eine Tagesveränderung von -3,8%. Das Analysehaus hatte sein Ziel am Donnerstag zurückgenommen und auf Risiken im Geschäftsjahr 2027 sowie bei der Umwandlung von Aufträgen in Umsatz verwiesen. Reuters brachte den Kursrückgang mit dieser Neubewertung in Verbindung.

Auftragsumsetzung rückt in den Mittelpunkt

Peel Hunt senkte das Kursziel von 92 auf 88 Pence. Im Mittelpunkt der Einschätzung steht damit die Frage, wie zuverlässig ITM Power seine operativen Ziele erreichen und Aufträge abarbeiten kann.

Die Bedenken treffen auf Verzögerungen bei den Projekten potenzieller Kunden. ITM Power hatte am 19. Oktober erklärt, dass endgültige Investitionsentscheidungen für Projekte mit grünem Wasserstoff länger dauerten als erwartet. Das ist für die Einordnung der Analystenaktion entscheidend: Wachstum allein beantwortet die Frage nach dem Tempo der weiteren Geschäftsentwicklung nicht.

Für das Geschäftsjahr 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 43,6 Millionen Pfund. Das entsprach einem Anstieg um 68%.

Der deutliche Zuwachs steht somit neben anhaltenden Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen. Die Einschätzung von Peel Hunt richtet den Anlegerblick auf die Umsetzung des weiteren Geschäfts und nicht allein auf die bereits erreichte Expansion.

Wachstum beseitigt die Verluste nicht

Der bereinigte EBITDA-Verlust betrug im Geschäftsjahr 2026 noch 20,2 Millionen Pfund. Trotz des Umsatzanstiegs blieb ITM Power damit auf dieser Ergebnisbasis in den roten Zahlen.

Für Anleger gehören deshalb Wachstum und Ergebnisentwicklung zusammen. Höhere Erlöse zeigen Fortschritte im Geschäft. Sie entkräften jedoch nicht automatisch die von Peel Hunt benannten Risiken bei der Umsetzung und Auftragsumwandlung.

Aktienverkauf mit konkretem Steuerzweck

Daneben veröffentlichte ITM Power am Mittwoch einen Aktienverkauf von CEO Dennis Schulz. Er veräußerte 354.476 Aktien, um Steuerverbindlichkeiten nach der Ausübung von Optionen zu begleichen. Sein anschließender wirtschaftlicher Aktienbesitz betrug 517.894 Stück.

Der ausdrücklich genannte Steuerzweck ist für die Bewertung dieser Transaktion wesentlich. Der Verkauf lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres als Aussage über die operative Entwicklung lesen.

Auch die am Mittwoch gemeldeten aufgeschobenen Bonuszuteilungen an Führungskräfte betreffen die Vergütung. Für die Neubewertung durch Peel Hunt bleiben dagegen die Geschäftsausführung und die Umsetzung von Aufträgen die maßgeblichen Punkte. Die zentrale Anlegerfrage ist damit operativ: Kann ITM Power sein Umsatzwachstum trotz verzögerter Projektentscheidungen fortsetzen und zugleich die Verluste verringern?

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