ITM Power: CEO und CTO kaufen erneut Aktien

ITM Power meldet starke Halbjahreszahlen und neue Projekte, während Insiderkäufe sowie die angehobene Umsatzspanne Zuversicht signalisieren.

Die Kernpunkte:
  • CEO und CTO erwerben erneut Unternehmensanteile
  • Grüner Wasserstoff erreicht erstmals Marl
  • Halbjahresumsatz steigt auf 18 Millionen Pfund
  • Umsatzziel auf 40 bis 43 Millionen angehoben

Bei ITM Power verdichten sich die Signale aus der Führungsetage. Vorstandschef Dennis Schulz und Technikchef Simon Bourne haben im August erneut Aktien über das unternehmenseigene Sparprogramm „Buy as You Earn“ erworben und erhielten dabei zusätzliche Zuteilungen. Für Anleger ist das ein Vertrauensbeweis aus erster Reihe – gerade in einer Phase, in der das Unternehmen operativ mehrere Großprojekte gleichzeitig stemmt.

Das Sparprogramm ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein regelmäßiger Baustein der Vergütung, über den Management und Mitarbeiter kontinuierlich Anteile am eigenen Unternehmen aufbauen. Dass ausgerechnet CEO und CTO erneut zugreifen, fällt in eine Phase, in der ITM Power operativ mehrere Großprojekte gleichzeitig stemmt – vom Wasserstoff-Meilenstein in Lingen bis zu neuen Partnerschaften in Deutschland und Großbritannien.

Strategisches Fundament wächst

Erst Anfang August hatte ITM Power gemeinsam mit RWE und Evonik den ersten grünen Wasserstoff über eine rund 120 Kilometer lange Pipeline vom Elektrolyse-Werk in Lingen zum Chemiepark in Marl transportiert – nach Angaben des Unternehmens einer der ersten funktionierenden Wasserstoff-Wertschöpfungsketten in Europa. Der Kurs hat seither kaum reagiert, was zeigt: Der Markt hat den Meilenstein bereits eingepreist.

Parallel dazu bleibt das Auftragsbuch breit gefächert. Mit Linde Engineering liefert ITM Power zwei 100-Megawatt-Anlagen an RWE im Rahmen des Projekts GET H2 Nukleus. In Großbritannien kooperiert das Unternehmen mit Protium Green Solutions am Cromarty-Projekt, das über das staatliche Förderprogramm HAR1 finanziert wird.

Mit der Deutschen Bahn läuft eine Absichtserklärung zur Integration von Elektrolyseur-Technik an Bahnstandorten, und mit Rheinmetall verfolgt ITM Power das Giga-PtX-Projekt für ein europaweites Netz dezentraler Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe.

Zahlen stützen die Zuversicht

Die operative Entwicklung gibt den Insidern Rückenwind. Im ersten Geschäftshalbjahr, das Ende Oktober 2025 endete, erzielte ITM Power einen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund, getragen von Ausrüstungsverkäufen über 15,5 Millionen Pfund sowie weiteren 2,5 Millionen Pfund aus Engineering-Studien, Ersatzteilen und Wartung.

Im Februar hatte das Unternehmen daraufhin seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf eine Spanne von 40 bis 43 Millionen Pfund angehoben.

Der Aktienkurs notiert derzeit bei 1,25 Euro und liegt damit rund 72 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn – ein Anstieg, der die Volatilität des Wasserstoffsektors widerspiegelt. Vom Zwischenhoch aus dem Frühjahr ist das Papier allerdings deutlich entfernt, was zeigt, dass trotz operativer Fortschritte noch keine durchgehende Aufwärtsdynamik entstanden ist.

Einordnung für Anleger

Die wiederholten Käufe von Schulz und Bourne allein rechtfertigen keine Kaufentscheidung, liefern aber ein zusätzliches Datenpunkt in einem insgesamt konstruktiven Bild: wachsendes Auftragsvolumen, angehobene Guidance und ein erster industrieller Nachweis der Technologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Ob sich daraus nachhaltiges Kurswachstum entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, ob die angekündigten Großprojekte mit RWE, Rheinmetall und der Deutschen Bahn in den kommenden Quartalen tatsächlich in feste Aufträge münden.

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