ITM Power: FY28 EBITDA-Breakeven erwartet

Morgan Stanley stuft ITM Power hoch, während der CTO Aktien verkauft. Analysten bleiben gespalten über die Bewertung des Wasserstoffkonzerns.

Die Kernpunkte:
  • Morgan Stanley Upgrade auf Overweight
  • CTO verkauft Aktien nach Kursanstieg
  • Analysten sehen Aktie überbewertet
  • Jahreszahlen für Oktober erwartet

Morgan Stanley hat selten so viel Aufsehen erregt wie mit diesem Schritt. Am 29. April stufte die US-Investmentbank ITM Power von „Equal-weight“ auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel von 60 auf 170 Pence — die erste positive Bewertung, die Morgan Stanley einem Wasserstoff-Ausrüster seit 2021 erteilt hat.

Die Begründung: Der britische PEM-Elektrolyseur-Hersteller soll bereits im Geschäftsjahr 2028 EBITDA-Breakeven erreichen — ein Jahr früher als der Konsens bislang erwartet. Treiber der Neubewertung ist vor allem ein gesenkter Kapitalkostensatz von 11 auf 9 Prozent, den Morgan Stanley mit dem gesunkenen Beta der Aktie und einem verbesserten Risikoprofil begründet. Das Basiszenario impliziert einen Unternehmenswert von knapp einer Milliarde Pfund; Bull- und Bear-Case liegen bei 300 beziehungsweise 50 Pence.

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CTO verkauft auf dem Hoch

Ausgerechnet am Tag des Kursanstiegs wurde eine Insidertransaktion publik. Technologievorstand Simon Bourne übte Optionen auf rund 1,3 Millionen Aktien aus — ursprünglich 2018 und 2019 zu einem Bruchteil des aktuellen Kurses gewährt — und verkaufte davon knapp 873.000 Stück zu durchschnittlich 157,44 Pence. ITM Power bezeichnete den Vorgang als „Sell-to-Cover“, also einen Verkauf zur Deckung der aus der Optionsausübung entstehenden Steuerlast. Bourne hält nach der Transaktion noch rund 657.000 Aktien.

Die Erklärung ist plausibel. Das Timing — auf dem jüngsten Kurshoch nach einem außergewöhnlich starken Monat — zog dennoch Aufmerksamkeit auf sich.

Breiter Markt bleibt skeptisch

Morgan Stanleys Überzeugung steht bislang weitgehend allein. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt bei 84,60 Pence — rund 45 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Berenberg hat zwar ein Kaufvotum, aber nur ein Ziel von 110 Pence. UBS bleibt bei „Neutral“ mit 60 Pence und signalisiert damit, dass die Aktie den Fundamentaldaten weit vorausgeeilt ist.

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 38 unterstreicht die Skepsis. Das Unternehmen schreibt weiter Verluste, und Analysten erwarten auch für das laufende Geschäftsjahr einen negativen Gewinn je Aktie.

Harte Zahlen folgen im Herbst

Das Geschäftsjahr endete am 30. April. Das Management hat Erlöse zwischen 40 und 43 Millionen Pfund in Aussicht gestellt; die finalen Ergebnisse sollen bis Ende Oktober vorliegen. Das Auftragsbuch steht bei 152 Millionen Pfund, 71 Prozent der Verträge gelten als profitabel — ein deutlicher Fortschritt gegenüber den verlustbringenden Altprojekten. Die Nettoliquidität von 215 Millionen Pfund gibt dem Unternehmen Spielraum.

Neben den Jahreszahlen warten Investoren auf drei konkrete Entscheidungen: das Ergebnis der britischen Wasserstoff-Ausschreibungsrunde 2, eine mögliche finale Investitionsentscheidung für das 120-MW-Projekt von Uniper am Humber sowie den geplanten FID für die neue Chronos-Fertigungslinie — erwartet für Juni. CEO Dennis Schulz hat ein Aktienpaket von 1,3 Millionen Stück erhalten, das nur bei Erfüllung strikter Bedingungen wie profitablen Verträgen und termingerechter Chronos-Lieferung unverfallbar wird. Das nächste reguläre Update ist für den 15. September angesetzt.

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