ITM Power: Rheinmetall-Deal für NATO-Wasserstoff
Nach Kursrallye setzen Gewinnmitnahmen ein. Der Juni bringt die finale Entscheidung über die milliardenschwere Chronos-Fabrik.

- Kurs verliert nach Rekordrallye deutlich
- Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund
- Chronos-Fabrik-Entscheidung im Juni
- Rheinmetall-Kooperation für Militärkraftstoffe
Nach einer monatelangen Kursrallye setzen bei ITM Power Gewinnmitnahmen ein. Die Bewertung des Wasserstoff-Spezialisten ist den fundamentalen Fortschritten an der Börse weit vorausgeeilt. Nun rückt der Juni in den Fokus — ein Monat, der über die industrielle Zukunft des Unternehmens entscheiden wird.
Rekordumsätze treffen auf rote Zahlen
Die Aktie verzeichnete zuletzt einen Tagesverlust von rund zehn Prozent. Zuvor hatte der Kurs innerhalb eines Jahres um mehr als 400 Prozent zugelegt und Ende April ein Dreijahreshoch erreicht. Diese massive Aufwärtsbewegung erklärt die aktuelle Konsolidierung.
Operativ liefert das Management durchaus Argumente für den Optimismus. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 erzielte ITM Power mit 18 Millionen Pfund den höchsten Umsatz der Firmengeschichte. Die Prognose für das Gesamtjahr hob der Vorstand auf eine Spanne von 40 bis 43 Millionen Pfund an.
Profitabel arbeitet der Elektrolyseur-Hersteller allerdings nicht. Der operative Verlust dürfte sich auf knapp 30 Millionen Pfund belaufen. Analysten von Zeus Capital verweisen auf den anhaltenden Cashburn, sehen die Finanzierung dank eines Polsters von rund 198 Millionen Pfund aber vorerst als gesichert an.
Die Gigawatt-Fabrik als nächster Meilenstein
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die geplante Chronos-Fertigungslinie in Sheffield. Bis 2028 soll dort eine Produktionskapazität von einem Gigawatt entstehen. Die neuen PEM-Elektrolyseure versprechen eine doppelte Leistungsdichte bei deutlich geringeren Kosten.
Die Finanzierung des 120 Millionen Pfund teuren Projekts nimmt konkrete Formen an. Das staatliche Unternehmen Great British Energy plant einen Einstieg mit gut zehn Prozent. Parallel dazu stellt die Regierung Fördermittel in Höhe von 46,5 Millionen Pfund in Aussicht.
Die endgültige Zusage für diese Subventionen hängt von einer noch laufenden Prüfung ab. Das Management plant, den finalen Investitionsbeschluss unmittelbar nach Abschluss dieses Verfahrens im Juni zu fassen.
Neue Märkte im Verteidigungssektor
Abseits der klassischen Industrieanwendungen erschließt ITM Power neue Absatzwege. Eine strategische Zusammenarbeit mit Rheinmetall zielt auf die dezentrale Produktion von synthetischen Kraftstoffen für NATO-Streitkräfte ab.
Das sogenannte Giga-PtX-Projekt sieht europaweit mehrere hundert Anlagen vor. Jede dieser Einheiten soll mit einer Elektrolysekapazität von bis zu 50 Megawatt ausgestattet werden. Der anfängliche Fokus liegt auf dem britischen Markt, um kritische Bereiche abzusichern, in denen eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist.
Auch das zivile Auftragsbuch füllt sich. In Deutschland sicherte sich das Unternehmen Vereinbarungen mit RWE und der Stablegrid Group, die allein Projekte über 710 Megawatt umfasst. In Großbritannien ist ITM als Lieferant für mehrere staatlich geförderte Wasserstoffprojekte vorgesehen.
Der Juni markiert den entscheidenden Termin für die weitere Entwicklung. Fällt der finale Investitionsbeschluss für die Chronos-Fabrik positiv aus, steht der Zeitplan für den Ausbau der Gigawatt-Kapazitäten fest. Ohne diese operative Bestätigung dürfte es schwer werden, die aktuell hohe Bewertung an der Börse zu rechtfertigen.
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