Iveco Group Aktie: Tata knackt die 89-Prozent-Marke

Tata Motors hat die Übernahmebedingungen erfüllt; die Nachfrist entscheidet über den weiteren Weg zum Börsenrückzug von Iveco.

Die Kernpunkte:
  • Tata Motors hält 89,42 Prozent
  • Angebotspreis beträgt 14,40 Euro je Aktie
  • Nachfrist läuft vom 2. bis 6. November
  • Delisting-Pfad hängt von der Endquote ab

Das Übernahmeangebot von Tata Motors für Iveco ist durch. Die Annahmefrist endete am 26. Oktober, und der Bieter hält nach Abschluss rund 89,42 Prozent des Aktienkapitals, bereinigt um eigene Aktien. Die Offerte ist damit vollständig wirksam und an keine Bedingung mehr geknüpft.

Zahlen zur Annahmequote

Angedient wurden gut 238 Millionen Aktien, das entspricht etwa 87,81 Prozent des Kapitals. Zusammen mit den eigenen Aktien von Iveco ergibt sich die genannte Beteiligung. Der Gegenwert der angedienten Papiere liegt bei knapp 3,43 Milliarden Euro.

Die Schwelle für die Wirksamkeit lag zunächst bei 95 Prozent. Sie sank automatisch auf 80 Prozent, nachdem die außerordentliche Hauptversammlung am 16. Oktober den sogenannten Back-End-Beschluss gefasst hatte. Diese Hürde ist genommen. Auch alle übrigen Bedingungen gelten als erfüllt.

Der Preis beträgt 14,40 Euro je Aktie, inklusive Dividende. Ursprünglich waren es 14,10 Euro, am 9. Oktober legte der Bieter 0,30 Euro obendrauf. Die vorläufigen Ergebnisse vom Vorabend bestätigten sich unverändert.

Nachfrist und Weg zum Delisting

Wer noch nicht angedient hat, bekommt eine zweite Chance. Die Annahmefrist wird an fünf Handelstagen wieder geöffnet, vom 2. bis zum 6. November 2026, jeweils von 8:30 bis 17:30 Uhr MEZ. Die Auszahlung für die bisher angedienten Aktien erfolgt am 30. Oktober, für die Nachfrist am 13. November.

Das Ziel des Bieters bleibt die vollständige Übernahme und der Rückzug von der Börse. Je nach Endstand sind drei Wege vorgesehen:

  • Über 90 Prozent, aber unter 95 Prozent: Der Bieter will keinen ausreichenden Streubesitz wiederherstellen und leitet freiwillig das Kaufverfahren nach Artikel 108 Absatz 2 des italienischen Finanzgesetzes ein.
  • Mindestens 95 Prozent: Es folgt der niederländische Squeeze-out für die verbleibenden Aktien, gegebenenfalls nach einer vorgeschalteten Abspaltung und einem Aktienverkauf.
  • Bedingungen für beides nicht erfüllt: Das Delisting soll über die Abspaltung mit anschließender Liquidation erreicht werden, die die Hauptversammlung bereits am 16. Oktober gebilligt hat.

Der Bieter liegt aktuell knapp unter der 90-Prozent-Grenze, die für das freiwillige Kaufverfahren relevant ist. Schon wenige Prozentpunkte in der Nachfrist entscheiden daher, welcher Weg eingeschlagen wird. Der Handel läuft vorerst weiter, die Nachfrist vom 2. bis 6. November liefert den nächsten konkreten Hinweis.

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