IWF warnt vor KI-Korrektur: Tech-Märkte unter Verkaufsdruck

Der IWF warnt vor möglichen Marktfolgen, falls Technologiegewinne die hohen Bewertungen und kreditfinanzierten Ausgaben nicht tragen.

Die Kernpunkte:
  • KOSPI verliert am Dienstag über sieben Prozent
  • US-Chiphersteller geben zuvor 2,7 Prozent nach
  • Hyperscaler stellen zehn Prozent neuer Unternehmensanleihen
  • US-Berichtssaison prüft Ertragskraft im dritten Quartal

Wachsende Zweifel an der Profitabilität immenser Infrastrukturausgaben und technologische Konkurrenz aus China bringen die globale Technologierallye ins Wanken. Der Internationale Währungsfonds warnt vor empfindlichen Kettenreaktionen an den Finanzmärkten, sollten die Erträge der Branche hinter den hohen Bewertungen zurückbleiben. An den Börsen greift die Verunsicherung bereits um sich.

In Asien sackte der südkoreanische Leitindex KOSPI am Dienstag um mehr als 7 Prozent ab. Zuvor hatten US-Chiphersteller bereits 2,7 Prozent eingebüßt. Berichte über rasche technologische Fortschritte des chinesischen Konkurrenten ChangXin Memory Technologies dämpften die Zuversicht, dass westliche Hersteller ihren Technologievorsprung dauerhaft behaupten können. Zeitgleich gaben die US-Futures für den Nasdaq 100 um 0,8 Prozent nach.

IWF warnt vor fremdfinanzierten Risiken

Der Internationale Währungsfonds warnt in seinem aktuellen Bericht zur globalen Finanzstabilität vor übertriebenem Optimismus. Sollten die Gewinne aus der Technologie ausbleiben, drohe eine Bereinigung der Anlagepreise, die auf die breiten Finanzmärkte übergreifen könnte.

Besonders die zunehmende Fremdfinanzierung bereitet den Währungshütern Sorge. Große Infrastrukturbetreiber, sogenannte Hyperscaler, stehen mittlerweile für 10 Prozent aller weltweiten Neuemissionen erstklassiger Unternehmensanleihen. Im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei unter einem Prozent. Hohe Hebel durch Kredite und Derivate könnten bei einer Abkühlung der Nachfrage erzwungene Notverkäufe auslösen und Marktbewegungen verstärken.

Bislang stützten die gewaltigen Ausgaben für Rechenzentren und Halbleiter das globale Wachstum und halfen dabei, Belastungen durch hohe Energiepreise abzufedern. Die fundamentale Nachfrage nach Anwendungen bleibt intakt. Die Debatte an den Märkten verschiebt sich jedoch weg von der reinen Technologiebegeisterung hin zur Frage, wer die enormen Investitionen letztlich monetarisieren kann.

Belastungsprobe für die Bilanzen

Die anlaufende US-Berichtssaison für das dritte Quartal liefert nun den ersten Prüfstein dafür, wie belastbar die Umsatzmodelle der Unternehmen tatsächlich sind. Zeichnet sich ab, dass die Erträge mit dem fremdfinanzierten Tempo der Investitionen nicht Schritt halten, dürften die hohen Bewertungsaufschläge der vergangenen Monate kaum zu halten sein.

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