JD.com: Wann geht es aus der Talsohle heraus?

Die Aktie des chinesischen E-Commerce-Anbieters JD.com zeigte in den vergangenen Tagen einen leichten Erholungsansatz. Schaut man sich die Performance in diesem Jahr an, ist das allerdings bislang nur ein Tropfen auf dem sprichwörtlichen heißen Stein.

Denn der Wert hatte sich binnen Jahresfrist mehr als halbiert. Was auch zu einem guten Teil der Affäre um den bisherigen Vorstandschef Richard Liu geschuldet war.

Gründer Liu als „lame Duck“

Dieser ist immer noch beschuldigt, in den USA eine chinesische Studentin vergewaltigt bzw. dies versucht er zu haben. Damit gilt er unter Investoren und Analysten als nahezu verbrannt. Was für JD.com echte Probleme bedeutet. Denn Liu war der bisherige Visionär und Macher hinter der Erfolgsstory des E-Commerce-Spezialisten. Der Gründer hat bereits erklärt, einige Führungsaufgaben abgeben zu wollen. Dennoch läuft in seinem Unternehmen ohne seine Zustimmung nichts, was entsprechende Investoren vorerst auf Abstand hält.

JD.com bekommt Druck

Zumal es auch fundamental derzeit nicht rund läuft. Zwar konnte JD.com im dritten Quartal seinen Umsatz um rund ein Viertel steigern, blieb damit aber nur am unteren Ende der eigenen Erwartungsspanne. Hinzu kommt, dass der Konkurrent Alibaba mächtig Druck macht, was bei JD.com schon dazu führte, dass erstmals die Anzahl der Kunden sank.

Aktie muss sich erst stabilisieren

Das alles spielt sich in der Aktie wider. Diese hat nun die schwere Aufgabe, eine belastbare Bodenbildung zu erreichen. Dies dürfte dann geschafft worden sein, wenn der Wert wieder zwischen 22-24 Dollar notiert. Von einer echten Trendwende könnte aber auch dann noch nicht die Rede sein. Diese würden wir aus charttechnischer Sicht erst oberhalb von 26 Dollar ansetzen.

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