Jefferies hebt Kursziel für Allianz an
Jefferies stuft KI-Risiken für den Versicherungsvertrieb als übertrieben ein und erhöht das Allianz-Kursziel bei unverändertem Hold.

- Jefferies setzt Kursziel auf 420 Euro
- Einstufung bleibt unverändert bei Hold
- Allianz Deutschland startet telefonische Rechtsberatung
- Q3-Zahlen erscheinen am 12. November 2026
Analysten halten KI-Sorgen für überzogen
Das Analysehaus Jefferies sieht den jüngsten Kursrückgang bei der Allianz als übertrieben an. Am Montag hob Analyst Philip Kett das Kursziel für den Münchener Versicherungskonzern von 325 auf 420 Euro an und beließ die Einstufung auf „Hold“. Marktängste, nach denen Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz den klassischen Versicherungsvertrieb substanziell beschädigen könnten, ordnete das Haus als überzogen ein.
Der Rücksetzer spiegelte vielmehr übergeordnete Belastungsfaktoren wider. Medienberichten zufolge trübten steigende Ölpreise und die Aussicht auf eine länger restriktive US-Geldpolitik die Stimmung an den Märkten. Vorbörslich notiert die Allianz bei 418,40 Euro. Mit diesem Niveau liegt das Papier 7,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 454,50 Euro.
Neue Bausteine im Produktportfolio
Auf operativer Ebene setzt der Konzern unterdessen auf den Ausbau von Dienstleistungen für Privatkunden. Am Montag stellte Allianz Deutschland ein neues telefonisches Beratungsangebot vor. Registrierte Kunden ohne eigene Rechtsschutzversicherung erhalten damit für 8,90 Euro im Jahr Zugang zu juristischer Ersteinschätzung, wobei bis zu zwei Beratungen pro Versicherungsjahr vorgesehen sind.
Zusätzlich erweiterte die Allianz Private Krankenversicherung zum Monatsbeginn ihr Angebot um die Krankenhauszusatzversicherung „MeinKrankenhausschutz“. Der Tarif ist in drei Stufen unterteilt.
Bestandskunden räumt das Unternehmen die Möglichkeit ein, ohne erneute Gesundheitsprüfung in die neuen Policen zu wechseln. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs zum Werkstattrisiko im Kaskoschaden riet Allianz Deutschland zudem dazu, bei Reparaturen zuerst Kontakt mit dem Versicherer aufzunehmen.
Personalwechsel und Quartalstermin
Auch auf personeller Ebene gibt es Veränderungen. Bei der Tochtergesellschaft Allianz Suisse kündigte Geschäftsleitungsmitglied Monika Behr ihren Abschied an. Die Leiterin des Lebensversicherungsgeschäfts will das Unternehmen zum Ende des Jahres 2026 verlassen, um sich beruflich neu zu orientieren.
Gleichzeitig stehen bei den Digitaltöchtern geplante Wechsel an. Zum 1. November 2026 soll Philipp Kroetz die Führung von Allianz Partners übernehmen, während Laurent Floquet als CEO zu Allianz Direct wechselt. Tomas Kunzmann soll zum 1. Januar 2027 in den Vorstand der Allianz SE aufsteigen.
Klarheit über die Geschäftsentwicklung der Gruppe bringen die nächsten Finanzergebnisse: Die Veröffentlichung der Quartalszahlen zu Q3 2026 ist für den 12. November 2026 terminiert.
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