Jenoptik: Wie weit trägt der Aufwärtstrend?

Beim deutschen Spezialisten für optische Elektronik läuft es derzeit sehr vielversprechend. Das untermauert Jenoptik auch mit der Vorlage der Zahlen zum zurückliegenden Geschäftsjahr. Wobei das Unternehmen nicht nur seine eigenen Ziele erreichen konnte, sondern auch auf das neue Jahr positiv einstimmt.

© Jenoptik

Für das Geschäftsjahr 2016 präsentierte Jenoptik einen Umsatzzuwachs um 2,4 % auf 685 Millionen Euro. Damit erreichte das Unternehmen die selbst gesteckte Spanne zwischen 680 und 700 Millionen Euro. Bei den Analysten war im Konsens ein Ergebnis von 689 Millionen Euro erwartet worden, also etwas mehr. Dennoch hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Denn:

Jenoptik übertrifft beim Gewinn die Erwartungen

Beim Gewinn konnte Jenoptik besser abschneiden als erwartet. So meldete man ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 68 Millionen Euro. Dies entsprach einem Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die Analysten-Erwartungen lagen hier bei nur 67 Millionen Euro. Außerdem konnte der Optoelektroniker seine EBIT-Marge von zuvor 9,2 % auf 10 % verbessern. Die eigene Zielspanne hatte hier zwischen 9 % bis 9,5 % gelegen.

Ebenfalls sehr positiv: Der Auftragseingang. Dieser legte von zuvor 637 Millionen Euro in 2015 auf über 730 Millionen Euro zu. Auch hier übertraf man die Erwartungen, die bei 725 Millionen Euro gelegen hatten. Entsprechend positiv äußert sich der Vorstand auch für das neu angelaufene Geschäftsjahr. Konkrete Zahlen bleibt man zwar vorerst schuldig, auch wenn man sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis positive Wachstumsraten prognostiziert. Immerhin gibt es einen Anhaltspunkt: Denn bis 2018 will das Unternehmen seinen Umsatz auf rund 800 Millionen Euro steigern und die EBIT-Marge bei rund 10 % etablieren.

Aufwärtstrend intakt

Angesichts dieses positiven Daten-Settings kann auch die Aktie in ihrem bereits seit Ende 2014 etablierten Aufwärtstrendkanal bleiben. Wobei mit Blickrichtung auf das obere Ende des Kanals hier kurzfristig sicherlich das Potenzial etwas beschränkt erscheint.

Hinsichtlich der Bewertung-Kennzahlen hätte Jenoptik allerdings durchaus noch Spielraum. So liegt man mit einem erwarteten KGV von gut 18 für dieses Jahr deutlich besser als der Durchschnitt in der Peer Group, deren durchschnittliches KGV derzeit bei 23 liegt. Weitere Kennzahlen wie Kurs-Cashflow-Verhältnis (2017: rund 12) und auch Kurs-Umsatz-Bewertung (2017: 1,4) zeigen ebenfalls innerhalb der Peer Group Vorteile zugunsten von Jenoptik.

Gute Perspektiven

Hinzu kommt: Mit seinen jüngsten strategischen Weichenstellungen ist Jenoptik quasi am politischen Puls der Zeit. So hatte man erst vor kurzen eine britische Firma übernommen, die auf die Kennzeichenerfassung bei Autos spezialisiert ist. Überlegungen, solche Erfassungssysteme beispielsweise auch an Grenzkontrollen zu etablieren, dürften für Jenoptik sehr interessant sein. Das betrifft auch das Thema Maut-Kontrolle. Ab 2018 liefert Jenoptik hier in Deutschland Mautkontrollsäulen aus und dürfte damit auch zu den wichtigsten Ansprechpartnern gehören, wenn Deutschland auch ein Maut-System für PKWs etabliert.

Fundamental stehen also die Weichen für Jenoptik auf weitere Wertzuwächse. Allerdings sollte hier der aktuelle Kurs erst einmal wieder etwas zurückkommen, um echtes Kaufinteresse zu entfachen. Wir würden hier darauf setzen, dass es auf absehbare Zeit einen Rücksetzer in den Bereich von 16 Euro / 16,50 Euro geben könnte. Das wäre dann bei entsprechendem Börsen-Umfeld ein passendes Niveau zum Einstieg.

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