Jinko Solar: Nach Rekordumsatz auch Rekordkurs?

Der chinesische Modul-Hersteller Jinko Solar wächst ungebremst. Für das zurückliegende Geschäftsjahr konnte das Unternehmen mit hohen zweistelligen Zuwachsraten beim Umsatz und Modul-Umfang glänzen. Allerdings blieben die Ergebnisse in einer Sache unbefriedigend.

© Pixabay
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Im vergangenen Sommer konnten wir bereits Jinko Solar attestieren: Das Unternehmen ist voll auf Wachstum ausgerichtet. Damals ging es nicht nur um eine neue Fabrik in Malaysia, die auf Volllast fuhr, sondern auch um den Umstand, dass Jinko Solar die für die weitere Expansion und Kostendeckung aus dem Anfahren der Malaysia-Fabrik nötigen Gelder organisieren konnte.

Hohes Wachstumstempo bei Absatz und Umsatz

Inzwischen zeigt sich im Geschäftsbericht 2015, dass diese Expansion erste Früchte trägt. So konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr seinen Modulabsatz um mehr als 53% auf rund 4,5 Gigawatt Leistung erhöhen. Dabei stach das vierte Quartal besonders heraus, wo es gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahresquartal jeweils eine Steigerungsrate um über 50% gegeben hatte. Der Umsatz legte daraufhin im Gesamtjahr um über 61% auf 2,48 Mrd. Dollar zu.

Der Wermutstropfen dabei: Die Profitabilität konnte da nicht mithalten. Zum einen ging die Bruttomarge leicht auf 20,3% zurück, zum anderen blieb man mit einem Reingewinn von 105,6 Mio. Dollar nur auf dem Niveau des Vorjahres. Das hatte mehrere Gründe. Einerseits die schon angesprochenen Aufbaukosten für die Fabrik in Malaysia, andererseits weitere Investitionen auch in eigene Photovoltaik-Projekte.

Jinko Solar muss noch Verzögerungen bei eigenen Projekten aufholen

Bei letzterem blieb Jinko Solar nach eigenen Angaben hinter den Jahreszielen zurück, weil es Verzögerungen in Fragen Solarförderung und beim Netzanschluss gegeben habe. Diese Probleme sollen aber im neuen Jahr an Gewicht verlieren bzw. wieder aufgeholt werden. Deshalb gibt sich Jinko Solar auch sehr optimistisch, was das weitere Wachstum angeht, auch wenn man konkrete Planzahlen für Umsatz und Gewinn schuldig bleibt.

Dieser Optimismus ist es denn auch, der die Aktie von Jinko Solar in den letzten Tagen und Wochen wieder so nach oben getrieben hat. Von seinem Korrekturtief Mitte Februar bei rund 14,50 Euro (für die in Deutschland gehandelten ADRs) ging es mittlerweile wieder auf 22,50 Euro nach oben. Damit ist die erste Widerstandszone beim weiteren Aufstieg, die bei rund 25 Euro liegt in Griffweite gekommen.

Kann die Aktie neue Allzeit-Hochs schaffen?

Doch natürlich steht die Frage im Raum, ob Jinko Solar unter diesen Prämissen noch mehr schaffen kann, in absehbarer Zeit dann auch wieder neue Rekordkurse markiert werden können. Der aktuelle Rekord liegt für die ADRs bei 28,90 Euro. Von der Bewertungsseite wäre zumindest reichlich Platz nach oben. Denn die Aktie wird aktuell noch mit einem 2015er KGV von unter 6 und für 2016 von 5,3 gehandelt. Darin enthalten auf jeden Fall das deutlich erhöhte Risikoprofil, auch mit Blick auf das internationale Geschäft, insbesondere in den USA und auch die Risiken auf dem chinesischen Heimatmarkt.

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Dennoch hat Jinko Solar inzwischen eine sehr gute Marktpositionierung erreicht, die für ein stetiges Wachstum sorgen sollte. Zumal auch mittelfristig damit zu rechnen ist, dass die Gewinnseite endlich anspringt. Unter diesen Aspekten wäre eine zumindest spekulative Positionierung weiterhin aussichtreich, wobei wir noch nicht in die Vollen gehen würden, sondern ein Teil der geplanten Investmentsumme zurückhalten würden, um zu schauen, wie sich die Aktie bei dem absehbaren Test des Widerstandes bei 25 Euro verhält.

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