Johnson & Johnson Aktie: Icotyde-Hoffnungen!

Nach 112 Wochen erreichten viele Studienteilnehmer eine weitgehende Hautheilung; BofA hob die Umsatzprognose für Psoriasis auf 4,5 Milliarden US-Dollar.

Die Kernpunkte:
  • 70 Prozent mit weitgehend abgeheilter Haut
  • Lokale Abheilung an drei Problemzonen
  • Keine neuen Sicherheitssignale nach zwei Jahren
  • BofA erhöht Psoriasis-Umsatzprognose auf 4,5 Milliarden

Neue klinische Daten stärken die Aussichten für das Immunologie-Portfolio von Johnson & Johnson. Der US-Gesundheitskonzern hat am heutigen Freitag beim Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) neue Ergebnisse aus der Phase-3-Studie ICONIC-TOTAL vorgestellt.

Die Untersuchung analysiert die langfristige Wirksamkeit des oralen Peptids Icotyde (Wirkstoff: Icotrokinra) bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen besonders schwierig zu behandelnde Körperstellen. Nach 112 Behandlungswochen wiesen 70 Prozent der Teilnehmer eine vollständig oder weitgehend abgeheilte Haut auf. Zu früheren Messpunkten hatte dieser Wert bei 57 Prozent in Woche 16 und 67 Prozent in Woche 24 gelegen.

Bei den untersuchten Problemzonen erzielten Patienten nach 112 Wochen eine vollständige lokale Abheilung von 89 Prozent im Genitalbereich, 63 Prozent an Händen und Füßen sowie 60 Prozent auf der Kopfhaut.

Studienergebnisse bestätigen therapeutische Haltbarkeit

Die mittlere Besserung des Nagel-Befalls steigerte sich von 33 Prozent in Woche 16 über 62 Prozent nach einem Jahr auf 71 Prozent zum Ende des 112-Wochen-Zeitraums. Neue Sicherheitssignale traten während der zweijährigen Beobachtung nicht auf, womit das Profil mit vorherigen Beobachtungen übereinstimmt.

In den USA ist das täglich einzunehmende Präparat für Erwachsene sowie Jugendliche ab zwölf Jahren mit mindestens 40 Kilogramm Körpergewicht zugelassen, sofern systemische Behandlungen oder Phototherapien infrage kommen. Entsprechende Genehmigungen liegen zudem für Europa, Japan und China vor. Über die Hauterkrankung hinaus testet der Konzern das Mittel gegenwärtig bei Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Die fortlaufenden klinischen Belege spielen eine wesentliche Rolle für die Nachfolge etablierter Blockbuster. Gelingt es, die Therapie an schwer therapierbaren Stellen dauerhaft wirksam zu etablieren, eröffnet das dem Konzern solide Absatzchancen im Markt für orale Entzündungshemmer.

Analysten sehen Umsatzchancen vor Quartalsbericht

An der Wall Street stößt die Entwicklung auf Interesse. BofA-Analyst Jason Gerberry sieht im Markt eine Unterschätzung des Präparats und hob die Spitzenumsatzprognose allein für die Indikation Psoriasis von zuvor 2,4 auf 4,5 Milliarden US-Dollar an.

Als Begründung nannte er Rückmeldungen niedergelassener Dermatologen, beließ die Einstufung auf „Neutral“ und hob das Kursziel von 263 auf 278 US-Dollar. JPMorgan passte das eigene Kursziel am Dienstag ebenfalls nach oben an und sieht den fairen Wert nun bei 285 US-Dollar, nach zuvor 270 US-Dollar.

Die nächsten Orientierungsmarken für Investoren stehen bereits fest. Johnson & Johnson plant die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 für den 13. Oktober.

Neben den rein finanziellen Kennziffern dürften Anleger insbesondere die Aussagen des Managements zum kommerziellen Anlauf von Icotyde genau prüfen. Im heutigen europäischen Handel gibt das Papier um 1,3 Prozent nach und steht bei 227,30 Euro. Seit Jahresbeginn verbucht der Titel damit ein Plus von 29 Prozent.

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