Johnson & Johnson Aktie: RIPTAC-Molekül zeigt Wirkung

In einer frühen Studie sprachen 12 von 16 Patienten auf JNJ-6143 an; die 50-Milligramm-Dosis wird nun weiter untersucht.

Die Kernpunkte:
  • Tumoransprechen bei zwölf von 16 Patienten
  • PSA sank bei 77 Prozent deutlich
  • 50-Milligramm-Dosis geht in Phase zwei
  • Quartalsumsatz stieg um 5,9 Prozent

Bei stark vorbehandelten Prostatakrebs-Patienten schrumpft der Tumor unter einer neuen Substanz erstaunlich oft. Johnson & Johnson hat auf dem ESMO-Kongress in Madrid Phase-1-Daten zu JNJ-6143 vorgestellt, dem ersten klinischen Kandidaten seiner RIPTAC-Plattform.

Tumoransprechen bei jedem Vierten nicht nötig – bei drei von vier Patienten

Bei Patienten mit messbarer Erkrankung erreichten 75 Prozent (12 von 16) ein bestätigtes vollständiges oder teilweises Ansprechen. Die Daten stammen aus der 50-Milligramm-Kohorte. Dort sank der PSA-Wert bei 77 Prozent der 38 Patienten um mindestens die Hälfte, bei 48 Prozent sogar um mindestens 90 Prozent.

Bemerkenswert ist die Ausgangslage. Die Teilnehmer hatten im Median vier Therapien hinter sich, darunter Chemotherapie und PSMA-gerichtete Radioliganden-Therapie. Für diese Gruppe liegt die mediane Gesamtüberlebenszeit bei etwa zwei bis drei Jahren.

Die Verträglichkeit wirkt beherrschbar. Die meisten behandlungsbedingten Nebenwirkungen waren mild bis moderat, am häufigsten erhöhte Cholesterinwerte, Übelkeit und erhöhte Triglyceride. Ein Patient brach die Behandlung deswegen ab. Bei der Auswertung blieben 71 Prozent noch unter Therapie, die mediane Nachbeobachtung betrug 5,6 Monate.

Neuer Wirkmechanismus, nächste Studienphase

JNJ-6143 ist ein täglich einzunehmendes Medikament in Tablettenform. Es verbindet gezielt das überlebenswichtige Protein BRD4 mit dem Androgenrezeptor, der in Prostatakrebszellen stark ausgeprägt ist. Das soll den Zelltod auslösen. Der Konzern holte Substanz und Plattform im Dezember 2025 mit der Übernahme von Halda Therapeutics ins Haus.

Die 50-Milligramm-Dosis geht nun in die weitere Entwicklung, darunter eine Phase-2-Studie bei metastasiertem Prostatakrebs. Das Management will die RIPTAC-Plattform zudem bei weiteren Krebsarten prüfen.

Die Daten stammen allerdings aus einer frühen Studie ohne Vergleichsarm, die Fallzahl in der Subgruppe mit messbarer Erkrankung ist klein.

Aktie läuft solide

Operativ liefert der Konzern derweil ebenfalls. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 5,9 Prozent auf 25,4 Milliarden Dollar. Neue Impulse sollen das Operationssystem Ottava und die Krebstherapien liefern. Auf Sicht von sechs Monaten legte die Aktie rund 17 Prozent zu und notiert nahe der 20-Tage-Durchschnittslinie.

Der nächste Meilenstein ist damit klar umrissen: Die Phase-2-Studie mit der 50-Milligramm-Dosis muss zeigen, ob sich das Ansprechen in einer größeren Patientengruppe bestätigt.

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