Johnson & Johnson Aktie: TD Cowen setzt auf Shockwave-Katheter

TD Cowen bekräftigt Kaufempfehlung und Kursziel; langsameres MedTech-Wachstum und offene Talc-Klagen belasten das Gesamtbild.

Die Kernpunkte:
  • TD Cowen bestätigt 300-Dollar-Kursziel
  • Shockwave-Umsatz wächst im dritten Quartal
  • MedTech bleibt hinter Managementerwartungen
  • Talc-Vergleich erreicht nötige Zustimmung nicht

TD Cowen setzt bei Johnson & Johnson auf weiteres Wachstum mit Shockwave. Das Analysehaus bestätigte gestern seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 300 US-Dollar. Als wichtigen Treiber nennt es den US-Marktstart eines neuen Katheters. Die positive Einschätzung trifft allerdings auf ein gemischtes Bild: Das Medizintechnikgeschäft wächst langsamer als vom Management erwartet, während die Talc-Rechtsstreitigkeiten den Gewinn belasten.

Neuer Katheter soll Marktposition stärken

Nach Einschätzung von TD Cowen stärkt der Shockwave-C2-Aero-Fly-Katheter die führende Position von Johnson & Johnson im koronaren IVL-Markt. Das Analysehaus erwartet im kommenden Jahr Wettbewerb durch Boston Scientific und Abbott. Der Produktstart ist damit auch eine Vorbereitung auf ein anspruchsvolleres Wettbewerbsumfeld.

Der Katheter könnte die Behandlungszeiten laut TD Cowen halbieren. Dazu sollen eine doppelt so schnelle Pulsabgabe und kürzere Pausen beitragen. Johnson & Johnson erwartet dem Analysehaus zufolge weiterhin solides zweistelliges Wachstum bei Shockwave.

Für Anleger liegt darin der Kern der Kaufempfehlung: TD Cowen sieht trotz absehbarer Konkurrenz weiteres Wachstumspotenzial. Entscheidend ist dabei nicht allein der Produktstart. Auch die erwartete Geschäftsentwicklung von Shockwave trägt die positive Einschätzung.

Laut Forbes stieg der Shockwave-Umsatz im dritten Quartal um 17 %. Das gesamte MedTech-Geschäft wuchs dagegen nur um 2,5 % und blieb damit unter den Erwartungen des Managements.

Der Erfolg von Shockwave lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf die gesamte Sparte übertragen. Er liefert einen Wachstumstreiber, beseitigt aber nicht die Schwächen in anderen Bereichen der Medizintechnik.

Quartalszahlen zeigen unterschiedliche Entwicklungen

Johnson & Johnson erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 25,4 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn betrug 2,59 US-Dollar je Aktie. Zugleich hob der Konzern seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht an.

Das Pharmageschäft lieferte dabei wichtige Impulse. Besonders Tremfya entwickelte sich stark, während die Umsätze mit Stelara deutlich zurückgingen. Diese gegenläufige Entwicklung zeigt, weshalb Anleger neben dem Gesamtwachstum auch die einzelnen Produkte betrachten müssen.

Der Tremfya-Umsatz stieg um 68 % auf 2,4 Milliarden US-Dollar. Bei Stelara sank der Umsatz dagegen um 54 %.

Die angehobene Jahresprognose steht somit neben erheblichen Verschiebungen innerhalb des Geschäfts. Für die Bewertung der Shockwave-Kaufthese bleibt wichtig, ob die Medizintechnik breiter an Dynamik gewinnt und nicht nur einzelne Produkte überzeugen.

Talc-Einigung bleibt an Bedingungen gebunden

Zusätzlich begrenzen die Rechtsrisiken die Aussagekraft der operativen Fortschritte. Der Telegraph berichtete gestern über das im Juli vorgeschlagene Vergleichsangebot für US-Klagen wegen angeblich talcbedingtem Eierstockkrebs. Johnson & Johnson bestreitet einen ursächlichen Zusammenhang; das Angebot enthält kein Schuldeingeständnis.

Die vorgeschlagene Einigung umfasst 5,5 Milliarden US-Dollar. Bislang haben Kanzleien für etwa 87,5 % der offenen Ansprüche zugestimmt. Voraussetzung ist jedoch eine Beteiligung von mindestens 95 %.

Damit ist der Vergleich weiterhin nicht abgeschlossen. Sonderaufwendungen für die geplante Einigung und Übernahmekosten belasteten bereits den Quartalsgewinn erheblich. TD Cowens positive Einschätzung zu Shockwave betrifft folglich einen konkreten Wachstumstreiber – nicht die Auflösung sämtlicher Belastungen des Konzerns. Für Anleger stehen der Produktfortschritt und die weiterhin offene rechtliche Entlastung nebeneinander.

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