Kaffeepreis: 434.930 Säcke ICE-Lager – 3,5-Monats-Tief
Brasiliens Kaffeebauern profitieren von gutem Wetter, während die Vorräte an den Börsen auf ein 3,5-Monats-Tief fallen.

- Arabica-Future fällt auf 18-Monats-Tief
- Brasilien erwartet Rekordernte bis zu 75,9 Mio. Säcke
- ICE-Lagerbestände sinken auf 434.930 Säcke
- Vietnam und Honduras steigern Produktion
Brasiliens Kaffeebauern ernten, was das Wetter hergibt. Die Preise fallen. Aber die Vorräte sind so knapp wie lange nicht. Das sorgt für Spannung an den Märkten.
Brasilien erntet kräftig
Der Arabica-Future für Juli 2026 gab in New York um 1,88 Prozent nach. Der Kurs fiel auf 260,60 Cent pro Pfund – zeitweise das tiefste Niveau seit 18 Monaten. Gleichzeitig verlor der Robusta-Kontrakt in London 1,09 Prozent auf 3.438 Dollar je Tonne.
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Grund ist der fortschreitende Ernteprozess in Brasilien. Günstige Wetterbedingungen beschleunigen die Feldarbeiten. Lokale Hagelschäden im Süden von Minas Gerais bleiben nach Einschätzung von Experten ohne Einfluss auf die nationale Ernte. Zum 27. Mai waren zwölf Prozent der Arabica-Fläche abgeerntet. Bei der Sorte Conilon (Robusta) lag der Wert bei 24 Prozent.
Überfluss – aber knappe Lager
Die Prognosen für die brasilianische Ernte 2026 gehen weit auseinander. Die nationale Behörde Conab rechnet mit 66,7 Millionen Säcken. Branchenbeobachter wie StoneX und Marex erwarten bis zu 75,9 Millionen Säcke. Sollte sich die höhere Schätzung bestätigen, entstünde global ein Angebotsüberschuss von rund zehn Millionen Säcken – das höchste Niveau seit sechs Jahren.
Doch die physische Verfügbarkeit an den Börsen bleibt angespannt. Die Lagerbestände für Arabica an der ICE fielen auf 434.930 Säcke. Das entspricht einem 3,5-Monats-Tief.
Parallel zeigt sich der vietnamesische Binnenmarkt stabil. Die Inlandspreise für Kaffee notierten am 2. Juni zwischen 86.800 und 87.400 VND pro Kilogramm. Honduras steigerte seine Exporte im Mai um 9,9 Prozent auf 1,09 Millionen Säcke. Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet für Vietnam in der Saison 2026/27 eine Produktion von 32,5 Millionen Säcken – ein weiteres Signal für ein gut gefülltes globales Angebot.
Die nächsten Wochen entscheiden, ob die Ernte den Preis weiter drückt oder die leeren Lager die Käufer zurück an den Markt bringen.
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