Kazatomprom: 18-Prozent-Steuersatz ab 2026
Kazatomproms Verwaltungsrat wurde wiedergewählt. Das Management hält an der Strategie fest, während neue Steuern und Lieferprobleme die Finanzen belasten.

- Verwaltungsrat für drei Jahre bestätigt
- Aktie legt nach Entscheidung leicht zu
- Neue Steuerlast ab 2026 eingeführt
- Schwefelsäure-Knappheit erschwert Produktion
Kazatomprom setzt auf Stabilität. Die Aktionäre des weltgrößten Uranproduzenten haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den gesamten Verwaltungsrat wiedergewählt. Das Management behält damit in einer kritischen Phase das Ruder fest in der Hand.
Kurs auf Kontinuität
In Astana stimmten die Anteilseigner für eine neue dreijährige Amtszeit des Gremiums. Der Mehrheitsaktionär Samruk-Kazyna hatte das Treffen initiiert. Die Führung hält an der Strategie „Wert vor Volumen“ fest. Damit will der Konzern ein Überangebot am Markt verhindern.
Die Börse reagierte positiv auf die personelle Entscheidung. Das Papier stieg um 0,64 Prozent auf 62,60 Euro. Innerhalb der letzten 30 Tage legte die Aktie bereits um rund fünf Prozent zu. Die Volatilität bleibt mit 30 Prozent auf einem für den Sektor typischen Niveau.
Neue Steuerlast ab 2026
Die wiedergewählte Führung steht vor einer großen Hürde. Seit Anfang 2026 greift in Kasachstan ein neues Steuersystem für die Rohstoffgewinnung. Statt Pauschalsätzen gelten nun differenzierte Abgaben.
Ab einer Fördermenge von 4.000 Tonnen greift ein Basissatz von 18 Prozent. Steigen die Uranpreise weiter, fallen zusätzliche Steuern an. Diese liegen je nach Preisniveau zwischen 0,5 und 2,5 Prozent. Das Management muss diese Mehrkosten nun in die Finanzplanung integrieren.
Lieferengpässe und Nachfrageboom
Parallel dazu kämpft das Unternehmen mit operativen Problemen. Schwefelsäure ist knapp, zudem verzögern sich Bauarbeiten an neuen Lagerstätten. Langfristig bleibt die Nachfrage jedoch hoch. Bis 2040 könnte der weltweite Bedarf auf rund 150.525 Tonnen steigen.
Kazatomprom deckt derzeit etwa 20 Prozent des weltweiten Primärbedarfs ab. Im Sommer veröffentlicht das Unternehmen den nächsten operativen Bericht. Dieser wird zeigen, wie stark die neue Steuerstruktur den Gewinn im ersten Halbjahr tatsächlich belastet.
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