Keel Aktie: 7 Prozent Wochenverlust nach Jahreshoch

Trotz positiver Analystenprognosen bricht die Aktie von Keel Infrastructure nach einem Jahreshoch ein. Hohe Verluste belasten den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt nach Jahreshoch zurück
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 10 Dollar
  • Hoher Quartalsverlust von 145 Millionen Dollar
  • Frisches Kapital sichert KI-Infrastruktur-Ausbau

Analysten überschlagen sich mit hohen Kurszielen für Keel Infrastructure. Die Börse reagiert völlig anders. Nach einem frischen Jahreshoch stürzte die Aktie zum Wochenschluss ab. Der radikale Umbau vom Krypto-Miner zum KI-Stromversorger fordert seinen Tribut.

Milliarden-Wette auf KI-Strom

Die Investmentbank Citizens startete diese Woche die Bewertung mit einem Kursziel von 10 US-Dollar. Das Urteil lautet „Market Outperform“. Analyst Greg Miller lobt den strategischen Schwenk des Unternehmens. Keel rüstet bestehende Bitcoin-Infrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz um.

Der Konzern verfügt über eine globale Kapazität von rund 2,2 Gigawatt. Davon sind 341 Megawatt bereits am Netz. Weitere 648 Megawatt sind vertraglich gesichert. Citizens rechnet auf lange Sicht mit einem enormen Wertpotenzial, sobald alle Anlagen vermietet sind.

Hoher Cashburn schreckt ab

Dem Optimismus der Experten steht eine harte finanzielle Realität gegenüber. Keel verbrennt massiv Geld. Einem Jahresumsatz von rund 229 Millionen US-Dollar steht ein Quartalsverlust von 145 Millionen US-Dollar gegenüber. Kein Wunder. Der Aufbau der Rechenzentren verschlingt Unsummen.

Anleger reagieren nervös. Die Aktie kletterte am Dienstag noch auf ein neues Jahreshoch von 7,37 US-Dollar. Danach setzte massiver Verkaufsdruck ein. Das Papier fiel bis zum Wochenende auf 5,87 US-Dollar zurück. Auf Wochensicht steht ein Minus von gut sieben Prozent.

Frisches Kapital sichert den Ausbau

Trotz der Verluste ist die Kasse gut gefüllt. Keel meldete zuletzt liquide Mittel in Höhe von 533 Millionen US-Dollar. Darin enthalten sind auch ungebundene Bitcoin-Bestände. Im Juni brachte eine Wandelanleihe weitere 445 Millionen US-Dollar an Nettoerlösen ein.

Analyst Martin Toner von ATB Capital Markets sieht das Unternehmen damit solide finanziert. Er ruft ebenfalls ein Kursziel von 10 US-Dollar aus. Das frische Kapital reicht aus, um wichtige Ausrüstung frühzeitig zu sichern. Keel konzentriert sich dabei komplett auf Nordamerika. Ein Standort in Paraguay wurde kürzlich verkauft.

Der Zeitplan für die weitere Entwicklung steht fest. Die ersten Einnahmen aus dem KI-Geschäft fließen voraussichtlich im Jahr 2027. Bis dahin treibt Keel den Ausbau seiner Kernstandorte in Pennsylvania und Washington voran. Gelingt die vollständige Vermietung der Kapazitäten, rechtfertigt das die hohen Vorabinvestitionen.

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