Kimberly-Clark Aktie: China wird zum Bremsklotz
Ein höherer bereinigter Gewinn je Aktie trifft auf rückläufige operative Ergebnisse und bestätigte Ziele für 2026.

- Umsatz um 0,4 Prozent gesunken
- Bereinigter Gewinn je Aktie steigt 17,2 Prozent
- China belastet operatives Ergebnis deutlich
- Management hält 2026-Ausblick aufrecht
Der Hygienekonzern hat am ersten Arbeitstag nach dem Abschluss der Kenvue-Übernahme Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Die Bilanz fällt zweigeteilt aus: Beim bereinigten Gewinn je Aktie liefert Kimberly-Clark ein Plus, im operativen Geschäft aber bremst vor allem China.
Umsatz leicht unter Vorjahr
Der Umsatz sank um 0,4 Prozent auf 4,13 Milliarden Dollar. Organisch, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, ging er um 1,3 Prozent zurück. Der Konzern beziffert die Belastung durch Störungen in den chinesischen Social-Media-Kanälen auf rund 270 Basispunkte. Hinzu kamen Lagerbewegungen im nordamerikanischen Handel.
Die bereinigte Bruttomarge fiel um 130 Basispunkte auf 35,5 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen Preise, die die Kosteninflation nicht ausglichen, sowie Investitionen in die Lieferkette. Starke Produktivitätsgewinne dämpften den Rückgang.
Gewinn: Sondereffekt dominiert
Der Gewinn je Aktie lag nach GAAP bei 5,37 Dollar, nach 1,34 Dollar im Vorjahr. Verantwortlich ist ein Veräußerungsgewinn von rund 1,4 Milliarden Dollar aus dem Abschluss der Transaktion mit dem Joint Venture im Bereich International Family Care and Professional.
Aussagekräftiger ist der bereinigte Wert: Er betrug 1,70 Dollar je Aktie. Im fortgeführten Geschäft entspricht das einem Plus von 17,2 Prozent, getrieben von geringeren Zinsaufwendungen und einer niedrigeren Steuerquote.
Der bereinigte operative Gewinn sank leicht um 0,9 Prozent auf 677 Millionen Dollar. China belastete ihn mit etwa 530 Basispunkten.
Nordamerika lief besser: Der Umsatz stieg um 0,9 Prozent, organisch um 0,4 Prozent bei einem Mengenplus von 2,0 Prozent. Der operative Gewinn des Segments legte um 2,7 Prozent zu. In der internationalen Sparte brach der operative Gewinn dagegen um 32,7 Prozent ein.
Prognose bestätigt
Für 2026 bestätigt das Management den Ausblick ohne Kenvue. Das organische Wachstum soll rund einen Prozentpunkt unter dem gewichteten Kategoriewachstum liegen, das bei etwa 1,7 Prozent liegt. Der bereinigte operative Gewinn soll währungsbereinigt im mittleren einstelligen Bereich wachsen, der bereinigte Gewinn je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft im hohen einstelligen Bereich.
Finanziell steht der Konzern vor einer neuen Phase. Die Schulden aus dem fortgeführten Geschäft lagen Ende September bei 6,5 Milliarden Dollar, vor der Kenvue-Finanzierung. Durch die Übernahme steigt die Verschuldung deutlich. Das Unternehmen nennt den Schuldenabbau selbst als zentrales Thema. Konzernchef Mike Hsu sprach von einem „definierenden Moment“ in der 154-jährigen Firmengeschichte.
Konkret zeigt sich nun, wie schnell sich die China-Effekte abbauen und wie die Integration von Kenvue anläuft. Ein Q&A mit Analysten und Investoren fand heute um 8 Uhr US-Ostküstenzeit statt.
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