Kion streckt die Fühler aus

Der Gabelstaplerhersteller Kion hat sich für dieses Jahr einiges vorgenommen. Unter dem Motto „Strategie 2020“ begann zum Jahresanfang der Umbau der gesamten Konzernstruktur. Ziel ist es, künftig auf Schwankungen am Markt besser reagieren zu können.

 

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© Kion Group

Dazu werden vier neue operative Einheiten geschaffen, die Marketing, Vertrieb, Service und Produktion in den jeweiligen Regionen selbst steuern und entsprechend auch die Verantwortung für den jeweiligen Geschäftserfolg tragen sollen.

 

Kion übernimmt US-Konzern

Heute gab Kion die Übernahme des US-Unternehmens Retrotech bekannt. Retrotech versteht sich als Anbieter für die Systemintegration von Lager- und Distributionslösungen. Den Unternehmenswert bezifferte Kion auf 40 Mio. Dollar.

Ein Vertrag mit der französischen Savoye SA soll bereits unterzeichnet worden sein. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Umsatz von Retrotech bei etwa 70 Mio. Dollar. Im Laufe des ersten Quartals 2016 soll die Transaktion abgeschlossen werden.

Damit hat Kion einen weiteren Schritt gemacht, im Markt für automatisierte Logistik die eigene Position zu stärken. Zuletzt musste der Konzern für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch, bedingt vor allem durch Steuereffekte, vermelden.

 

Gewinneinbruch im dritten Quartal

Das Konzernergebnis ging um fast 15% auf 49,5 Mio. Euro abwärts. Insgesamt steigerte Kion den Umsatz im Berichtszeitraum um 8,6% auf 1,24 Mrd. Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg um 8,4% auf 121,2 Mio. Euro.

Der Markt nahm die Zahlen gelassen auf, so dass die Aktie in der Folge noch einige Kursgewinne verzeichnen konnte. Auch der Vorstand von Kion sah das Ergebnis eher gelassen, schließlich waren die Auftragsbücher gut gefüllt und im Heimatmarkt liegen die Geschäfte weiterhin bestens.

 

Refinanzierung bringt Zinsersparnis

Auch finanziell rechnet Kion mit deutlichen Einsparungen. Erst vor wenigen Tagen gab der Konzern bekannt, dass man aufgrund einer Refinanzierung künftig deutliche niedrigere Zinsaufwendungen tragen muss.

Mitte Februar wird Kion eine 2013 begebene Anleihe vollständig zurückzahlen. Hierfür muss der Konzern Vorfälligkeitszahlungen in Höhe von rund 15 Mio. Euro zahlen, wodurch das Finanzergebnis im laufenden Quartal einmalig belastet wird. Durch die künftig eingesparten Zinsen werde diese Belastung laut Unternehmensangaben jedoch schnell ausgeglichen.

Zugleich hat Kion einen Bankkredit zu deutlich verbesserten Konditionen refinanziert. Das neue Darlehen besitzt Investment-Grade-Eigenschaften, ist nicht besichert und wird durch die Kion Group garantiert.

 

Aktie wieder im Aufwind?

Anfang Dezember markierte die Aktie von Kion ein neues Jahreshoch bei 48,90 Euro. Danach setzte jedoch eine Abwärtsbewegung ein, die den Kurs bis Mitte Januar auf 41,19 Euro fallen ließ.

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Heute verzeichnete die Aktie vorbörslich bereits wieder Gewinne von mehr als 1,5%, so dass es wieder über die Marke von 43,00 Euro gehen sollte. In ihrer letzten Einschätzung empfahlen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Aktie weiterhin zum Kauf mit einem gesenkten Kursziel von 52,00 auf 50,00 Euro.

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