Kioxia: Aktienrückkauf über 800 Milliarden Yen angekündigt

Kioxia steigert Umsatz und operativen Gewinn deutlich, plant einen Aktienrückkauf über 800 Milliarden Yen und setzt auf KI-Nachfrage.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz wächst im ersten Quartal kräftig
  • Aktienrückkauf über 800 Milliarden Yen
  • Zweites Quartal mit höheren Zielen
  • KI-Nachfrage prägt langfristige Strategie

Kioxia hat mit seinen Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2026 einen der stärksten Ergebnissprünge der jüngeren Firmengeschichte vorgelegt. Der japanische NAND-Flash-Hersteller meldete Ende Juli einen Umsatz von 1.767,1 Milliarden Yen, ein Plus von 76,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 415,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der operative Gewinn auf Non-GAAP-Basis erreichte 1.326,2 Milliarden Yen bei einer Marge von 75 Prozent. Das Unternehmen wies zudem eine Netto-Cash-Position aus, nachdem Schulden zurückgeführt wurden.

Parallel zu den Zahlen kündigte Kioxia ein Aktienrückkaufprogramm über 800 Milliarden Yen an, mit dem bis zu 30 Millionen Aktien und damit 5,5 Prozent der ausstehenden Anteile erworben werden sollen. Der Erwerbszeitraum läuft vom 3. August bis zum 30. Oktober. Zusätzlich bestätigte das Unternehmen den bereits terminierten Aktiensplit im Verhältnis 1:3 mit Stichtag 30. September und Wirksamkeit zum 1. Oktober.

Ausblick auf das zweite Quartal fällt noch stärker aus

Für das laufende zweite Geschäftsquartal stellte Kioxia einen Umsatz von 2.390,0 Milliarden Yen in Aussicht, ein Plus von 35,2 Prozent zum Vorquartal. Der Non-GAAP-Betriebsgewinn soll auf 1.900,0 Milliarden Yen bei einer Marge von 79,5 Prozent steigen, der Nettogewinn auf 1.280,0 Milliarden Yen bei einer Marge von 53,6 Prozent.

Rund 70 Prozent des erwarteten Umsatzwachstums führt das Unternehmen auf höhere Durchschnittsverkaufspreise zurück, den Rest auf ein niedriges einstelliges Bit-Wachstum.

Diese Preisdynamik hat einen strukturellen Hintergrund: Kioxia rechnet für das Kalenderjahr 2026 mit einem NAND-Marktwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, geht aber davon aus, dass die Nachfrage das Angebot im Kalenderjahr 2027 übersteigen wird.

Um sich diese Marktposition langfristig zu sichern, verfolgt das Unternehmen das Ziel, bis zum Kalenderjahr 2028 rund die Hälfte seines Volumens über langfristige Lieferverträge mit Schlüsselkunden abzusichern – insbesondere mit Hyperscale-Cloud-Anbietern und Unternehmenskunden, die KI-Infrastruktur aufbauen.

Investitionsprogramm und Bonitätsaufwertung untermauern die Strategie

Die Ergebnisse fügen sich in eine Reihe strategischer Weichenstellungen der vergangenen Monate. Bereits im Juni hatte Kioxia auf einem Investorentag eine Wachstumsstrategie für die „Ära der KI-Inferenz“ vorgestellt, mit geplanten jährlichen Investitionsausgaben von rund 470 Milliarden Yen und Forschungsausgaben von 230 Milliarden Yen über die kommenden drei Jahre.

Ende Mai hatten S&P und Fitch das Kreditrating des Unternehmens auf Investment-Grade-Niveau „BBB-“ angehoben, ein Signal für die verbesserte Bilanzqualität nach dem Schuldenabbau.

Am Markt zeigt sich die Neubewertung des Unternehmens deutlich: Die Aktie schloss am Freitag bei 320,00 Euro, nach einem Tagesplus von 11 Prozent, und liegt seit Jahresbeginn um 461 Prozent im Plus. Zugleich notiert das Papier noch 48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 621,00 Euro, das im Juni erreicht wurde – ein Hinweis darauf, dass die Bewertung trotz der starken operativen Entwicklung volatil bleibt.

Für Anleger verdichten sich damit mehrere Stränge zu einem Bild: Kioxia nutzt die aktuell hohe Nachfrage nach NAND-Speicher für KI-Infrastruktur, um gleichzeitig Kapital an Aktionäre zurückzugeben, die Kapitalstruktur zu stärken und über langfristige Lieferverträge Planungssicherheit für die kommenden Jahre zu schaffen.

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