Klöckner Aktie: 11,00-Euro-Delisting-Angebot

Nach der Übernahme durch Worthington Steel spekulieren Investoren auf eine höhere Abfindung als die gebotenen 11 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Worthington Steel hält nun 61,87 Prozent
  • Aktienkurs übersteigt Abfindungsangebot deutlich
  • Profianleger wie Decagon steigen ein
  • Fokus auf grünen Stahl unter Nexigen

Die Übernahme von Klöckner & Co durch den US-Konzern Worthington Steel ist offiziell vollzogen. An der Börse beginnt nun ein neues Kapitel. Während der langjährige Ankeraktionär Friedhelm Loh seinen Abschied besiegelt, treiben neue Investoren den Kurs deutlich über das offizielle Abfindungsangebot.

Neue Machtverhältnisse in Duisburg

Friedhelm Loh ist Geschichte. Der einstige Großaktionär hält nach dem Kontrollwechsel 0,00 Prozent der Stimmrechte. Parallel dazu festigt Worthington Steel seine Macht und kontrolliert nun 61,87 Prozent des Duisburger Stahlhändlers.

Indes sichern sich neue Profi-Anleger ihre Plätze. Decagon Asset Management meldete jüngst eine Beteiligung von 3,17 Prozent. Auch J.P. Morgan Securities bleibt mit rund 3,59 Prozent an Bord. Das Interesse institutioneller Adressen reißt trotz des angekündigten Börsenrückzugs nicht ab.

Spekulation auf höhere Abfindung

Der Markt ignoriert das offizielle Angebot. Worthington Steel bietet 11,00 Euro je Aktie für das geplante Delisting. Der Börsenkurs reagierte am Donnerstag jedoch mit einem Schlusskurs von 12,46 Euro — ein Aufschlag von gut 13 Prozent.

Das Papier notiert damit nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,70 Euro. Seit Jahresanfang verbucht der Titel ein Plus von 52,14 Prozent. Professionelle Akteure spekulieren offenbar auf einen künftigen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. In einem solchen Szenario winkt eine höhere Abfindung oder eine jährliche Ausgleichszahlung für Minderheitsaktionäre.

Fokus auf grünen Stahl

Operativ setzt das neue Management auf „Green Steel“. Unter der Marke Nexigen bündelt Klöckner CO2-reduzierten Stahl und margenstarke Service-Leistungen. Ziel ist die Unabhängigkeit von schwankenden Weltmarktpreisen.

Für das zweite Quartal 2026 peilt der Konzern ein operatives Ergebnis vor Sondereffekten zwischen 40 und 80 Millionen Euro an. Die Integration in den US-Mutterkonzern soll Synergien in Europa und Nordamerika heben.

Das geplante Delisting dürfte die Aktie in den kommenden Monaten vom regulierten Markt nehmen. Für Anleger steigt damit das Liquiditätsrisiko. Der Einstieg von Adressen wie Decagon zeigt jedoch: Profis gewichten das Potenzial für juristische Nachbesserungen beim Abfindungspreis derzeit höher als einen schnellen Ausstieg.

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