Klöckner Aktie: Delisting am 12. August vollzogen
Der Duisburger Stahlhändler ist seit dem 12. August nicht mehr im regulierten Markt notiert. Der Konzern meldete zudem einen Quartalsverlust von 268 Millionen Euro.

- Handelsstopp nach Übernahmeangebot
- Umsatz leicht auf 1,7 Milliarden gestiegen
- Operatives EBITDA erreicht 63 Millionen Euro
- Hohe Abschreibung bei Becker Gruppe
Mit dem Ablauf des 12. August ist die Ära von Klöckner & Co an der Frankfurter Wertpapierbörse zu Ende gegangen. Das Delisting des Duisburger Stahlhändlers wurde plangemäß vollzogen, nachdem die Annahmefrist für das öffentliche Erwerbsangebot von Worthington Steel verstrichen war. Damit verschwindet ein traditionsreicher Name aus dem regulierten Markt, während sich das Unternehmen unter neuer Eigentümerstruktur neu ausrichtet.
Ende der Frankfurter Börsennotierung
Der Rückzug von der Börse erfolgte unmittelbar nach dem Ende der Annahmefrist für das Delisting-Erwerbsangebot. Worthington Steel hatte den verbleibenden Aktionären der Klöckner & Co SE am 15. Juli offiziell angeboten, ihre Anteile zu einem Preis von 11,00 Euro je Aktie zu übernehmen. Parallel dazu stellte das Unternehmen am 29. Juli den notwendigen Antrag auf Widerruf der Zulassung zum regulierten Markt.
Mit dem Wirksamwerden dieses Schrittes am 12. August endete der Handel für die Papiere des Stahl-Distributors. Dieser Schritt markiert den finalen Punkt einer Entwicklung, in der die strategische Kontrolle des Konzerns zunehmend konsolidiert wurde. Bereits in der Vorbereitungsphase hatten die Gremien des Unternehmens die Bedingungen der Offerte geprüft.
Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlichten am 22. Juli eine gemeinsame begründete Stellungnahme, in der sie nach einer unabhängigen Analyse zu dem Schluss kamen, den Aktionären weder eine Annahme noch eine Ablehnung des Angebots explizit zu empfehlen.
Operative Bilanz und Sonderbelastungen
Trotz der Turbulenzen rund um das Delisting legte das Unternehmen vor rund zwei Wochen seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, die ein gemischtes Bild der operativen Verfassung zeichnen. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gesteigert werden und erreichte 1,7 Milliarden Euro.
Auch beim operativen Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten zeigte sich eine Stabilisierung: Mit 63 Millionen Euro lag dieser Wert deutlich über den 46 Millionen Euro aus dem Auftaktquartal des laufenden Jahres, blieb jedoch knapp hinter dem Vorjahreswert von 65 Millionen Euro zurück.
Belastet wurde das Gesamtergebnis hingegen durch massive Sondereffekte. Unter dem Strich verbuchte Klöckner & Co im zweiten Quartal einen Konzernverlust von 268 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 2 Millionen Euro erzielt worden. Ausschlaggebend für diesen Einbruch war laut Unternehmensangaben eine wesentliche Wertberichtigung im Zusammenhang mit der Becker Gruppe, die das Nettoergebnis tief in die roten Zahlen drückte.
Ausblick auf das Gesamtjahr
Für die verbleibenden Monate des Geschäftsjahres 2026 gibt sich die Geschäftsführung vorsichtig optimistisch, was die rein operative Leistungsfähigkeit betrifft. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr ein EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten in einer Spanne von 170 Millionen Euro bis 250 Millionen Euro.
Obwohl der Fokus der Anleger zuletzt stark auf dem Übernahmeangebot und dem Börsenabschied lag, verdeutlichen die jüngsten Kennzahlen die operativen Herausforderungen in einem volatilen Marktumfeld.
Die deutliche Verbesserung des operativen Gewinns gegenüber dem ersten Quartal signalisiert zwar eine kurzfristige Erholung des Kerngeschäfts, doch die hohen Abschreibungen auf Unternehmensteile wie die Becker Gruppe zeigen, dass der Konzern auch abseits des Parketts vor bedeutenden strukturellen Aufgaben steht. Mit dem vollzogenen Delisting wird diese Transformation künftig weitgehend unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit stattfinden.
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