Klöckner & Co.: Geht jetzt der Ausverkauf los?

Der Stahlhändler Klöckner & Co. kommt nicht zur Ruhe. Denn aufgrund erneut unter Druck geratener Stahlpreise hat das Unternehmen einen rundum enttäuschenden Halbjahresbericht vorgelegt. Dieser Bericht glänzt geradezu vor Resignation und als Gegenmittel fällt Klöckner nur noch eine weitere Verschärfung der bisherigen Sparmaßnahmen ein. Für die Aktie bedeutet das nichts Gutes.

 

© Klöckner & Co.
© Klöckner & Co.

Es ist das Manifest blanker Hilflosigkeit. Aufgrund der Konjunktursorgen in China und dort abnehmender Wachstumsraten stehen die Stahlpreise global unter Druck. Und das hat auch Folgen für das operative Geschäft von Klöckner & Co. Denn im Gegensatz zu den Stahlproduzenten profitiert das Unternehmen nicht gleichzeitig von fallenden Rohstoffpreisen. Dies spiegelt sich massiv in den nun vorgelegten Quartals- und Halbjahreszahlen wider.

 

Klöckner & Co. fährt Verlust ein

Im zweiten Quartal erwirtschaftete der Stahlhändler zwar ein kleines Umsatzwachstum um 0,7% auf 1,693 Mrd. Euro. Doch damit blieb man hinter den Analystenprognosen zurück, die mindestens 1,711 Mrd. Euro im Konsens erwartet hatten. Noch schlechter schnitt aber das Unternehmen bei der Profitabilität ab.

Denn statt eines erwarteten Gewinns auf EBITDA- und EBIT-Ebene sackte die Firma in die Verlustzone. Nach 56 Mio. Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum wies Klöckner nun beim EBITDA einen Verlust von 17 Mio. Euro aus. Auch damit blieb man weit unter den Markterwartungen zurück, die immer noch Gewinne prognostiziert hatten.

 

Auch im Halbjahr rote Vorzeichen

Das hatte dann auch seinen Widerhall im Halbjahresergebnis, das zusammen mit dem ebenfalls schon schwachen ersten Quartal nun einen Nettoverlust von 75 Mio. Euro (Vorjahr Gewinn über 10 Mio. Euro) auswies. Beim EBITDA gab es einen Fehlbetrag von 7 Mio. Euro nach einem Gewinn von 97 Mio. Euro im Vorjahr. Und es dürfte im zweiten Halbjahr kaum besser werden.

 

Klöckner & Co. weitet Sparprogramm aus

So rechnet Klöckner nur mit einer leichten Entspannung bei den Preisen. Insbesondere in Amerika rechnet man mit einer spürbaren Nachfrageerholung. Doch das sollte man mit Fragezeichen versehen. Kein Wunder, dass Klöckner auf die Kostenbremse tritt.

Insgesamt 600 Stellen der noch bestehenden 9700 Stellen sollen wegfallen. Am ärgsten wird es Frankreich mit gut der Hälfte der Stellenstreichungen treffen. Aber auch in China wird der Rotstift angesetzt. Hier verabschiedet man sich gänzlich aus dem Markt. Der Vorstand hofft, so das EBITDA ab 2017 um 30 Mio. Euro verbessern zu können.

 

Jahresprognose gesenkt, Aktie vor neuem Tiefflug?

Doch bis es soweit ist, kürzt Klöckner & Co. seine Jahresprognose. Für das Gesamtjahr wird nun ein deutlich geringeres EBITDA erwartet. Bisher war man zumindest von einem Wert um das Vorjahresergebnis (191 Mio. Euro) ausgegangen.

Klöckner-06-08-15

Für die Aktie sind das schlechte Vorzeichen. Zuletzt hatte sie Anstalten gemacht, aus ihrem seit September letzten Jahres bestehenden Abwärtstrend ausbrechen zu wollen. Doch das dürfte wohl vorerst vom Tisch sein. Vielmehr erwarten wir, das hier mindestens die alten Jahrestiefs bei 7,56 Euro getestet werden. Unter dieser Prämisse heißt der Rat: Finger weg.

%d Bloggern gefällt das: