Klöckner & Co weiter unter Druck

Der Stahlhändler Klöckner & Co. sieht sich weiterhin schwierigen Marktbedingungen ausgesetzt. Die Auswirkungen zeigen die nun veröffentlichen Zahlen für die ersten neun Monate deutlich, was die Aktie weiterhin unter Druck setzt.

 

© Klöckner & Co.
© Klöckner & Co.

Aufgrund von positiven Währungseffekten konnte Klöckner den Umsatz um 1,2% auf 5 Mrd. Euro steigern. Die Rohertragsmarge sank aufgrund der rückläufigen Stahlpreise auf 18,9% nach 19,3% im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

 

Klöckner mit rückläufigem Ergebnis

Auch das EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen entwickelte sich rückläufig. Wurden im Vorjahreszeitraum noch 158 Mio. Euro hier ausgewiesen, erreichte Klöckner jetzt nur noch 76 Mio. Euro. Das Vorsteuerergebnis sank von 43 Mio. Euro auf -91 Mio. Euro. Damit lag der Konzernverlust bei 85 Mio. Euro. Negativ war entsprechend auch das Ergebnis je Aktie mit -0,84 Euro nach 0,26 Euro im Vorjahreszeitraum.

Bezogen auf das 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres lag der Verlust unter dem Strich bei 9 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte 30 Mio. Euro. Der Umsatz sank leicht auf fast 1,6 Mrd. Euro.

 

Schlussquartal traditionell schwach

Zugleich bleiben die Aussichten für das 4. Quartal bescheiden. In diesem traditionell eher schwach verlaufenden Zeitraum erwartet Klöckner ein EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen im einstelligen Millionenbereich. Für das gesamte Geschäftsjahr soll das EBITDA bei bis zu 85 Mio. Euro liegen. Der Free Cashflow soll im positiven Bereich liegen.

 

Neue Geschäftsansätze

Um im kommenden Geschäftsjahr wieder deutlich in die Gewinnzone zu kommen, hat der Konzern seine Sparmaßnahmen noch einmal verschärft. Zugleich beschreitet man neue Wege und will stärker auf dem Gebiet der Weiterverarbeitung von Stahl tätig werden.

Zu Beginn des laufenden Quartals hatte Klöckner den US-Stahlverarbeiter American Fabricators übernommen. Das Unternehmen erzielt einen jährlichen Umsatz von rund 30 Mio. Dollar mit der Fertigung von komplexen Stahlteilen für Kunden verschiedener Industrien.

 

Digitalisierung geht voran

Zugleich treibt Klöckner die Digitalisierung des Unternehmens weiter voran. In Deutschland konnte man sich so durch eine Kontraktplattform mit ca. 250 Kunden digital vernetzen. Auch die Einführung in den USA lässt hoffen. Hier wurden bereits nach kurzer Zeit Umsätze von mehr als 1 Mio. Dollar über diesen Weg generiert.

Weiterhin steigt der Konzern auch in das Geschäft mit der Industrie 4.0 ein. Dies geschieht über eine Beteiligung am AXOOM-Software-Projekt des Unternehmens Trumpf. Dadurch soll es möglich werden, künftig einen komplett automatisierten Prozess hinsichtlich der Bedarfsermittlung, Bestellung und Lieferung u. a. von Stahl für Produktionsmaschinen anzubieten.

 

Aktie hält sich bisher stabil

Die Aktie reagierte bisher mit keinen großen Verlusten auf das Zahlenwerk. Seit heutigem Handelsstart liegen die Papiere leicht im Plus. Dennoch raten wir investierten Anlegern zu einer Absicherung ihres Investments, um größere Einbußen zu vermeiden.

151103 Klöckner

Die Aktie von Klöckner litt in den vergangenen Monaten immer wieder unter einer hohen Volatilität. Zugleich könnte sich die Verkaufsempfehlung der Analysten der Berenberg Bank entsprechend negativ auswirken. Die Experten sehen hier nur noch ein Kursziel von 7 Euro.

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