Klöckner: Das wird wohl nicht reichen

Der Stahlhändler Klöckner & Co. konnte sich der negativen Entwicklung im Stahlmarkt erwartungsgemäß im vergangenen Jahr nicht entziehen. Neben dem starken Preisverfall, welcher zum Teil durch Überproduktionen von Billigstahl aus China bedingt war, wurden auch geringere Mengen abgesetzt.

© Klöckner & Co.
© Klöckner & Co.

Infolge dessen ging der Umsatz nach vorläufigen Zahlen trotz positiver Währungseffekte um 0,9% auf 6,4 Mrd. Euro zurück. Die Rohertragsmarge sank ebenfalls von 19,4% im Vorjahr auf 19,2%.

Klöckner präsentiert hohen Verlust

Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen sank von 191 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 86 Mio. Euro. Nach Aufwendungen für die Restrukturierung in Höhe von 63 Mio. Euro lag das EBITDA bei 24 Mi. Euro.

Insgesamt musste Klöckner & Co. einen Konzernverlust von 349 Mio. Euro ausweisen. Hierin wurde ein Steuerertrag von 50 Mio. Euro berücksichtigt. Das Ergebnis je Aktie sank von 0,22 Euro im Vorjahr auf -3,48 Euro.

Nettoverschuldung weiter reduziert

Gegenläufig zum Ergebnis entwickelte sich der Free Cashflow, überwiegend bedingt durch den Abbau von Net Working Capital. Hier erzielte Klöckner 191 Mio. Euro und konnte somit die Nettoverschuldung von 472 Mio. Euro im Vorjahr auf 385 Mio. Euro reduzieren. Die Eigenkapitalquote lag per Ende Dezember bei 39%.

Die Strategie steht

Der Vorstand zielt weiter auf die Strategie „Klöckner 2020“ und damit verbundene Maßnahmen ab. Besonders die weitere Digitalisierung soll vorangetrieben werden. Beispielsweise ist der Konzern die Kooperation mit dem Startup-Unternehmen Contorion aus Berlin eingegangen. Dadurch gelang es, in das Internetgeschäft mit Handwerkern und Privatkunden einzusteigen.

Mit der Zusammenarbeit mit dem Anbieter für Unternehmenssoftware Sage soll eine speziell für Stahl- und Metallverarbeiter vorkonfigurierte ERP-Lösung vermarktet werden. Zugleich wurde heute der neue Webshop in Deutschland online gestellt. Dieses Angebot will Klöckner auf weitere Länder ausweiten.

Um die Digitalisierung weiter voranzutreiben, sollen weitere Stellen in diesem Bereich geschaffen werden. Zielsetzung ist es, bis zum Jahr 2019 einen Umsatzanteil von mehr als 50% online zu generieren.

Klöckner mit verhaltenem Ausblick

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern jedoch mit einem leicht rückläufigen Umsatz, welcher in den laufenden Restrukturierungsmaßnahmen begründet liegt. Das operative Ergebnis soll dagegen deutlich über dem um Restrukturierungsmaßnahmen bereinigten EBITDA des letzten Geschäftsjahres liegen. Das Konzernergebnis soll wieder im leicht positiven Bereich angesiedelt sein.

Positive Impulse lassen auf sich warten

Die Aktie des Stahlhändlers liegt seit Monaten in einem Seitwärtstrend und derzeit auf dem Niveau der gleitenden 100-Tage-Linie. Vorbörslich kam es bisher zu einem leichten Plus von gut 1%. Größere Ausbrüche erwarten wir jedoch eher nicht. Und auch die Analystenseite ist sich in der Bewertung uneinig.

Während die Experten vom Bankhaus Lampe ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 8,50 Euro bestätigten, empfahlen die Analysten von Hauck & Aufhäuser weiterhin den Verkauf mit einem gesenkten Kursziel von 5,60 Euro.

160301 Klöckner

Hier sieht man weiterhin Probleme für den Stahlmarkt und auf eher trübe Aussichten für dieses Marktsegment. Das Bankhaus Lampe erwartet dagegen, dass auch Klöckner künftig von Schutzzöllen der EU profitieren sollte.

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