KNDS: 1,89-Milliarden-Qatar-Deal unter Lupe

Interne Untersuchung zu alten Katar-Deals blockiert Jahresabschluss und stellt das Milliarden-IPO des Rüstungskonzerns in Frage.

Die Kernpunkte:
  • Interne Prüfung zu Katar-Geschäft
  • PwC verweigert Testat für Bilanz
  • Milliarden-IPO im Sommer gefährdet
  • Rekordauftragsbestand von 23,5 Milliarden

Rüstungskonzern KNDS liefert aktuell modernste Kampfpanzer an Norwegen und sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern. Ein über ein Jahrzehnt alter Rüstungsdeal wirft nun allerdings tiefe Schatten auf die Konzernzentrale. Eine interne Untersuchung blockiert den Jahresabschluss. Das bringt den geplanten Sommer-Börsengang in Gefahr.

Altlasten aus dem Katar-Geschäft

Der Verwaltungsrat hat Ende April eine unabhängige Untersuchung eingeleitet. Im Zentrum steht ein Rüstungsgeschäft des Vorgängerunternehmens Krauss-Maffei Wegmann mit den katarischen Streitkräften aus dem Jahr 2013. Damals ging es um die Lieferung von Panzern und Artilleriesystemen mit einem Gesamtvolumen von knapp 1,9 Milliarden Euro.

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Externe Anwälte prüfen Medienberichten zufolge den Verdacht auf millionenschwere Provisionszahlungen. Bislang gibt es laut Unternehmensangaben keine Beweise für strafbares Verhalten aktueller oder ehemaliger Mitarbeiter. Die Ermittlungen sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen.

Wirtschaftsprüfer verweigern Testat

Diese juristische Aufarbeitung hat direkte finanzielle Konsequenzen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC verweigert aufgrund der laufenden Untersuchung derzeit das Testat für den Jahresabschluss 2025. KNDS rechnet nun damit, die Bilanzprüfung im Laufe des Mai abschließen zu können.

Das Zeitfenster für das anvisierte Initial Public Offering (IPO) im Sommer schließt sich damit zusehends. Ein Verkauf von rund einem Viertel der Anteile soll etwa fünf Milliarden Euro in die Kassen spülen. Parallel dazu prüft die staatliche KfW-Bank den Erwerb einer Beteiligung von gut 25 Prozent.

Ein solcher Einstieg der Staatsbank würde Berlin eine strategische Sperrminorität sichern. Die Bundesregierung hätte damit dauerhaft den Daumen auf einer der wichtigsten europäischen Rüstungsschmieden.

Operatives Geschäft läuft auf Hochtouren

Abseits der juristischen Hürden beweist der Konzern seine industrielle Lieferfähigkeit. Kürzlich trafen die ersten hochmodernen Leopard-Panzer auf einem norwegischen Stützpunkt ein. Der entsprechende Vertrag hat ein Volumen von rund zwei Milliarden Euro. Die Auslieferung der insgesamt 54 Einheiten erstreckt sich bis in das Jahr 2028.

Ein Großteil dieser norwegischen Flotte wird nicht in Deutschland, sondern von lokalen Industriepartnern in Skandinavien montiert. Dies stärkt die regionale Wertschöpfung und bindet NATO-Partner enger an die Technologie des Unternehmens.

Die fundamentale Basis des Rüstungsproduzenten ist stark. KNDS beendete das Jahr 2024 mit einem Rekordauftragsbestand von rund 23,5 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte im selben Zeitraum auf 3,8 Milliarden Euro.

Im Mai fällt nun die Vorentscheidung für die Kapitalmarktpläne. Sobald PwC die Bilanz für 2025 testiert und die Untersuchung keine neuen Belastungen zutage fördert, bleibt der Weg auf das Parkett im Sommer offen. Ohne den Stempel der Prüfer rückt das Milliarden-IPO in weite Ferne.

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