KNDS Aktie: 1 Milliarde für Mercedes-Werk Ludwigsfelde

KNDS gibt grünes Licht für Doppel-IPO in Frankfurt und Paris. Der Rüstungskonzern plant zudem milliardenschwere Übernahmen von Autowerken.

Die Kernpunkte:
  • IPO in Frankfurt und Paris startet
  • Compliance-Prüfung zu Katar-Deal beendet
  • Verhandlungen über Mercedes-Werk Ludwigsfelde
  • Rekord-Auftragsbestand von 33 Milliarden Euro

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS NV hat die letzten Hürden für seinen Börsengang in Frankfurt und Paris aus dem Weg geräumt. Der Doppel-IPO soll im Juni starten.

Damit endet eine Phase der Unsicherheit. Eine Compliance-Untersuchung zu einem Geschäft aus dem Jahr 2013 hatte den Zeitplan belastet.

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Compliance-Hürde ausgeräumt

Im Zentrum der Prüfung stand ein Vertrag zur Lieferung von Leopard-Panzern und PzH-2000-Haubitzen an Katar. Externe Anwälte und Berater fanden am 2. Juni 2026 keine Hinweise auf strafbares Verhalten – weder von früheren noch von aktuellen Mitarbeitern.

Die Freigabe war zwingend nötig. Nur so konnten der Wertpapierprospekt finalisiert und die Jahresabschlüsse für 2025 geprüft werden. Beides hatte zuvor Verzögerungen gegeben.

Expansionskurs Richtung Autoindustrie

Um den massiven Auftragsbestand zu bewältigen, schlägt KNDS einen ungewöhnlichen Weg ein. Das Unternehmen verhandelt über die Übernahme des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde. Rund eine Milliarde Euro plant KNDS für die Produktion des Radpanzers „Boxer“ am Standort mit 2.000 Mitarbeitern.

Parallel dazu bekundet KNDS Interesse am VW-Werk Osnabrück. Dort läuft die Pkw-Produktion 2027 aus. Die Umstellung von ziviler auf militärische Fertigung soll die Lücke zwischen Kapazität und Nachfrage schließen – vor allem aus Nato-Staaten.

Rekordzahlen als Fundament

Die Zahlen für 2025 untermauern den Vorstoß. Der Umsatz stieg um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 661 Millionen Euro – eine Marge von 15,0 Prozent.

Noch deutlicher zeigt sich der Boom im Auftragsbestand. Er wuchs auf 33,1 Milliarden Euro, nachdem 2025 Neubestellungen im Rekordwert von 13,5 Milliarden Euro eingingen.

Analysten taxieren den Konzernwert auf 20 bis 25 Milliarden Euro. Die deutsche Bundesregierung will zunächst 40 Prozent der Anteile übernehmen – ein Gegengewicht zur französischen Beteiligung. Langfristig planen beide Staaten, ihre Anteile innerhalb von drei Jahren auf je rund 30 Prozent zu reduzieren.

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