KNDS Aktie: 11 Millionen für Leopard-Lieferkette

KNDS erweitert die Lieferkette für den Leopard-Panzer und meldet Rekordaufträge, verschiebt aber den geplanten Börsengang aufgrund von Marktschwankungen.

Die Kernpunkte:
  • Auftrag an Incap für Kabelbäume
  • Leopard 2A8 Produktion intensiviert
  • Umsatz stieg auf 4,4 Milliarden Euro
  • IPO pausiert, Auftragsbestand auf Rekordniveau

Elf Millionen Euro für Kabelbäume und Baugruppen: Der europäische Rüstungskonzern KNDS baut seine Lieferkette für den Kampfpanzer Leopard aus. Neue Bestellungen sollen die Produktion beschleunigen. Parallel dazu wartet der Konzern weiter auf den richtigen Zeitpunkt für seinen Börsengang.

Auftrag für deutsche Zulieferer

Die deutsche Tochter des finnischen Elektronikspezialisten Incap hat den Zuschlag erhalten. Der Auftrag umfasst Kabelbäume und mechanische Baugruppen für die elektronische Architektur moderner Panzerfahrzeuge. Gefertigt wird im bayerischen Karlsfeld.

Das Werk hat sich auf komplexe elektronische und elektromechanische Lösungen spezialisiert. Erst kürzlich erhielt der Standort die Zertifizierung nach ISO/IEC 27001:2022 – ein Baustein, der den Ausbau im Verteidigungssektor absichern soll.

Leopard-Programm läuft auf Hochtouren

KNDS konzentriert sich derzeit auf die Serie Leopard 2A8 und nachfolgende Modernisierungsprogramme. Der Konzern intensiviert dafür die Zusammenarbeit mit spezialisierten mittelständischen Zulieferern. Ziel ist eine stabile Produktion sowohl für den Leopard-Panzer als auch für die Haubitze Caesar.

Die Bestellungen fügen sich in ein starkes Wachstumsjahr ein. KNDS meldete für 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro – ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mittelfristig peilt der Konzern einen Jahresumsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro an.

Börsengang verschoben, Substanz bleibt

KNDS hat seine IPO-Pläne pausiert. Der Konzern begründet dies mit hoher Volatilität im europäischen Verteidigungssektor. Eine vorübergehende Korrektur bei den Bewertungen von Wettbewerbern hatte den Zeitplan durcheinandergebracht.

Die operative Substanz bleibt davon unberührt. Der Auftragsbestand lag zu Jahresbeginn bei einem Rekordwert von 33,1 Milliarden Euro. Die Aktionäre – darunter der französische Staat und die Familie Wegmann – sehen die Vorbereitungen für ein Listing in Frankfurt und Paris nahezu abgeschlossen.

Ein freier Cashflow von 980 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025 verschafft dem Konzern Spielraum. KNDS kann Kapazitätserweiterungen und die Forschung an Kampfsystemen der nächsten Generation vorerst ohne Zugang zu den öffentlichen Kapitalmärkten finanzieren.

Investmentbanker und Analysten rechnen gegen Ende des dritten Quartals mit einer Stabilisierung der Sektor-Bewertungen. Treiber dafür soll eine Welle neuer Investitionen sein, während europäische Staaten ihre langfristigen Beschaffungsverträge weiter abarbeiten. Sobald sich die Kapitalmärkte beruhigen, will KNDS den Börsengang wieder aufnehmen.

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