KNDS Aktie: 18 CAESAR für Malaysia

KNDS überzeugt mit Exportauftrag, US-Chance und Drohneninnovationen. Der Börsengang rückt näher.

Die Kernpunkte:
  • Malaysia bestellt 18 CAESAR-Haubitzen
  • US-Armee-Entscheidung über Milliardenauftrag im Juli
  • Neue Drohnenabwehrsysteme auf der Eurosatory
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau von 33 Milliarden Euro

Kurz vor dem erwarteten Börsengang liefert KNDS gleich drei konkrete Argumente für Investoren: einen frischen Exportvertrag, einen möglichen Milliardenauftrag aus den USA und ein erweitertes Produktportfolio für die Drohnenära.

Malaysia als 15. CAESAR-Betreiber

Malaysia kauft 18 CAESAR-Panzerhaubitzen vom Kaliber 155mm. Den Vertrag unterzeichneten KNDS und der malaysische Partner Advanced Defense System am 16. Juni auf der Eurosatory 2026. Malaysia wird damit zum 15. Betreiber des Radartilleriesystems — weltweit wurden rund 800 Einheiten bestellt oder ausgeliefert.

Das System gilt als hochmobil und ermöglicht das sogenannte „Shoot-and-Scoot“-Prinzip: schießen, sofort den Standort wechseln, überleben. Malaysia ist nach Indonesien und Thailand der dritte Indo-Pazifik-Betreiber des CAESAR. Der Trend zu NATO-standardisierter 155mm-Artillerie in Südostasien verfestigt sich damit weiter.

US-Armee: Entscheidung im Juli

Weit größer ist das, was in Washington auf dem Spiel steht. Die US-Armee will bis Juli einen Vertrag für selbstfahrende Haubitzen vergeben. Das Volumen: bis zu 500 Systeme, Produktionsbeginn möglicherweise 2028. KNDS tritt gemeinsam mit Leonardo DRS an. Mitbewerber sind Hanwha aus Südkorea, Rheinmetall sowie Elbit America.

Das Programm soll zunächst die gezogenen M777-Haubitzen der 81st Stryker Brigade ersetzen. Danach folgen US-Infanterieeinheiten. Ein Zuschlag wäre für KNDS ein Sprung in einen der wichtigsten Rüstungsmärkte der Welt.

Drohnenabwehr und Loitering Munitions

Auf der Eurosatory präsentierte KNDS außerdem TARGAS — ein vollintegriertes Abwehrsystem gegen Drohnen, Lenkflugkörper und Hubschrauber, das Erkennung und Neutralisierung eigenständig kombiniert. Kein Einzelmodul, sondern ein geschlossenes Ökosystem.

Am 15. Juni folgte ein containerisiertes Drohnenstartsystem auf Basis eines 20-Fuß-ISO-Containers. Es integriert Helsing-HX-2-Loitering-Drohnen für Angriffe und Tytan-TI-1-METIS-Interceptoren zur Abwehr. Der Container ist autark: eigene Stromversorgung, Klimatisierung, Netzwerkanbindung.

Ferner stellte KNDS die MTO-T vor — seine erste bodengestützte Loitering Munition. Entwickelt auf Basis von Erfahrungen aus der Ukraine, soll sie Soldaten bei Bresche-Operationen schützen.

Finanzen: Auftragsbestand auf Rekordniveau

Die Zahlen sprechen für sich. KNDS steigerte den Umsatz 2025 um knapp 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte von 500 Millionen auf 661 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte 33,1 Milliarden Euro — das 7,5-fache des Jahresumsatzes. Industrieunternehmen kommen typischerweise auf das Ein- bis Zweifache.

Der Weg an die Börse ist fast frei. Die Eigentümerfamilien, die die Hälfte von KNDS NV halten, haben einem Verkauf von 40 Prozent an die deutsche Bundesregierung zugestimmt. Der Bundestag stimmt am 24. Juni über die Transaktion ab. Fällt das Votum positiv aus, soll der Börsengang noch vor der Sommerpause folgen.

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