KNDS Aktie: 33 Milliarden Euro Auftragsbestand

Rüstungskonzern KNDS enthüllt Kampfpanzer und Artillerie, während der Börsengang mit einer Bewertung von bis zu 20 Milliarden Euro konkret wird.

Die Kernpunkte:
  • Vorstellung neuer Kampfpanzer und Haubitzen
  • Börsengang in Paris und Frankfurt geplant
  • Bewertung auf 18 bis 20 Milliarden Euro
  • Auftragsbestand von über 33 Milliarden Euro

Das gemeinsame Kampfflugzeug-Projekt von Deutschland und Frankreich ist gescheitert. Auf dem Boden formieren sich die beiden Länder nun neu. Der Rüstungskonzern KNDS präsentiert auf der Messe Eurosatory zwei weitreichende Waffensysteme, die den Markt aufmischen sollen. Das Timing ist kein Zufall. Das Unternehmen bereitet aktuell einen der größten europäischen Börsengänge des Jahres vor.

Panzer und Artillerie der Zukunft

KNDS enthüllte in Paris den Kampfpanzer CAPINT, der der französischen Armee als dringend benötigte Übergangslösung dient. Das System überbrückt die Lücke bis zum verspäteten deutsch-französischen Kampfpanzer MGCS. Die Architektur kombiniert ein Leopard-Fahrgestell mit einem unbemannten Turm. Die dreiköpfige Besatzung sitzt dabei optimal geschützt in der Wanne.

Parallel dazu zeigte der Konzern das Artilleriesystem LORAS. Die Haubitze auf einem Boxer-Kettenfahrzeug erreicht Reichweiten von über 60 Kilometern. Mit Spezialmunition trifft das System sogar Ziele in 100 Kilometern Entfernung. Erste Tests starten Ende dieses Jahres.

Die Entwickler ziehen offensichtlich direkte Lehren aus dem Ukraine-Krieg. Beide Systeme setzen auf offene digitale Netzwerke und eine verbesserte Drohnenabwehr. Sie arbeiten nahtlos mit unbemannten Begleitfahrzeugen zusammen.

IPO-Pläne nehmen Form an

Die Vorstellung der neuen Waffen flankiert die heiße Phase der Börsenpläne. KNDS will in Paris und Frankfurt an die Börse gehen, wobei Juni oder Juli als favorisiertes Zeitfenster gelten. September dient als Ausweichtermin. Ein Bankenkonsortium um Goldman Sachs und die Deutsche Bank begleitet den Prozess.

Die begleitenden Banken haben die Bewertungsspanne zuletzt eingegrenzt. Sie taxieren den Konzern nun auf 18 bis 20 Milliarden Euro. Die fundamentalen Daten stützen diese Größenordnung. KNDS erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro.

Ein massiver Auftragsbestand sichert das künftige Wachstum ab. Ende Dezember lagen Bestellungen im Wert von gut 33 Milliarden Euro vor. Die Produktion ist damit auf Jahre ausgelastet.

Auch nach dem Börsengang behalten die Staaten die Kontrolle. Deutschland und Frankreich werden zunächst rund 80 Prozent der Anteile halten. Der Streubesitz startet folglich bei etwa 20 Prozent. Beide Regierungen wollen ihre Beteiligungen jedoch schrittweise abbauen. In den kommenden drei Jahren soll der Staatsanteil auf jeweils 30 Prozent sinken.

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