KNDS Aktie: 33,1 Milliarden Auftragsbestand vor IPO
Der Panzerbauer KNDS meldet Rekordumsatz und -aufträge für 2025 und bereitet den Börsengang vor. Deutschland und Frankreich sichern sich gleiche Stimmrechte.

- Umsatzplus von 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro
- Auftragsbestand steigt auf 33,1 Milliarden Euro
- Börsengang für 2026 in Paris und Frankfurt geplant
- Berlin und Paris einigen sich auf paritätische Stimmrechte
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS rüstet sich für den Börsengang. Das Unternehmen, bekannt für den Leopard-2-Panzer und die Caesar-Haubitze, meldet für 2025 Rekordzahlen – und eine entscheidende Einigung zwischen Paris und Berlin über die künftige Eigentümerstruktur.
Umsatz und Auftragsbestand steigen deutlich
KNDS steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf 33,1 Milliarden Euro, nach 23,5 Milliarden Ende 2024. Neue Aufträge summierten sich auf 13,5 Milliarden Euro.
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Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 661 Millionen Euro, entsprechend einer Marge von 15,0 Prozent. Im Vorjahr hatte KNDS 500 Millionen Euro bei einer Marge von 13,2 Prozent erwirtschaftet. CEO Jean-Paul Alary führt das Wachstum auf gestiegene Verteidigungsausgaben in Europa und höhere Produktionskapazitäten zurück. Hinzu kommen margenstarke Exportverträge.
Das Geschäftsmodell setzt zunehmend auf integrierte Systemlösungen. KNDS verkauft nicht nur Waffenplattformen, sondern koppelt Munition und Wartungsverträge. Kunden fragen verstärkt Komplettlösungen aus einer Hand nach. Dieser Ansatz verschafft dem Konzern längerfristige Verträge und positioniert ihn als Systemarchitekt für europäische Landstreitkräfte.
Deutschland und Frankreich sichern sich Gleichgewicht
Bislang hält die französische Regierung über GIAT Industries 50 Prozent an KNDS, die deutsche Eigentümerfamilie von Krauss-Maffei Wegmann die andere Hälfte. Die Familie will beim Börsengang vollständig aussteigen.
Berlin hat nun entschieden, zum IPO eine Beteiligung von 40 Prozent zu erwerben. Paris plant parallel, seinen Anteil von 50 auf 40 Prozent zu reduzieren. Beide Regierungen wollen ihre Beteiligungen in den zwei bis drei Jahren nach dem Börsengang weiter auf jeweils 30 Prozent senken. Entscheidend: Frankreich und Deutschland erhalten unabhängig von der exakten Anteilshöhe gleiche Stimmrechte. Die Regelung soll Einfluss auf kritische Verteidigungstechnologien und gemeinsame Projekte absichern.
Börsengang für 2026 geplant
Die Vorbereitungen für die Doppelnotierung in Paris und Frankfurt laufen. CEO Alary bestätigte, dass die Zeitpläne eingehalten werden und die Gespräche mit Beteiligten konstruktiv verlaufen. Frühere Berichte über mögliche Verzögerungen wegen Unstimmigkeiten innerhalb der Bundesregierung zur Höhe der Staatsbeteiligung haben sich nicht bestätigt.
Das Unternehmen wird bei der Erstnotierung auf rund 20 Milliarden Euro taxiert. Das eingeworbene Kapital soll in den Ausbau der Produktionskapazitäten und in Technologien für Landkampfsysteme der nächsten Generation fließen. Die gestiegene Nachfrage nach schwererem Gerät unter NATO-Staaten dürfte KNDS weiter in die Karten spielen.
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