KNDS Aktie: 33,1 Milliarden Euro Auftragsbestand

Rüstungskonzern KNDS verhandelt über Drohnenabwehrsysteme, bleibt aber ohne feste Aufträge. Starke Geschäftszahlen und hoher Auftragsbestand untermauern die IPO-Vorbereitungen.

Die Kernpunkte:
  • Gespräche über Drohnenabwehr im Nahen Osten
  • Umsatzplus von 15,9 Prozent im Jahr 2025
  • Auftragsbestand auf 33,1 Milliarden Euro gestiegen
  • Börsengang für 2026 weiterhin in Vorbereitung

KNDS ist noch nicht börsennotiert — und trotzdem rückt das Unternehmen gerade verstärkt in den Blick von Investoren. Auslöser ist eine erneut kursierende Meldung über Gespräche mit Kunden im Nahen Osten zu Drohnenabwehrsystemen. Was dabei zählt: Die Gespräche sind nicht neu. Sie gehen auf Aussagen von Konzernchef Jean-Paul Alary vom März zurück.

Drohnenabwehr als Nachfragesignal, nicht als Auftrag

Alary hatte im März auf einer Veranstaltung in München bestätigt, dass KNDS mit Kunden im Nahen Osten über zusätzliche Ausrüstung zur Drohnenabwehr verhandelt. Anfang Juni wurde diese Information erneut aufgegriffen — verbunden mit dem Hinweis, dass KNDS seine Produktionskapazitäten in den kommenden Jahren verdoppeln oder verdreifachen will. Der strategische Fokus soll dabei auf landgestützten Waffensystemen bleiben; Vorstöße in die Marine- oder Raumfahrtsparte sind nicht geplant.

Für Investoren ist die Einordnung entscheidend: Es gibt bislang keinen bestätigten Vertrag, keine genannten Kunden, keinen Auftragswert und keinen Lieferzeitplan. Die Drohnenabwehr ist ein Nachfragesignal — mehr nicht.

Starke Zahlen, noch größerer Auftragsbestand

Das operative Fundament von KNDS ist solide. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erreichte 13,5 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte von 23,5 Milliarden auf 33,1 Milliarden Euro — ein Wachstum von rund 41 Prozent innerhalb eines Jahres.

Das EBIT legte auf 661 Millionen Euro zu, was einer Marge von 15,0 Prozent entspricht, nach 500 Millionen Euro und 13,2 Prozent im Vorjahr. KNDS führt die Verbesserung auf operative Effizienz und die Abwicklung margenstarker Exportverträge zurück. Parallel investiert das Unternehmen gezielt in Fertigungskapazitäten, Montage und Forschung.

Dieser Rahmen zeigt: Ein bestätigter Nahost-Auftrag zur Drohnenabwehr würde auf einen bereits sehr vollen Auftragsbestand treffen — und müsste entsprechend eingepreist werden.

IPO-Zeitplan bleibt offen

KNDS ist weiterhin nicht an der Börse gelistet. Der Konzern hat im Dezember 2025 angekündigt, die Vorbereitungen für einen Börsengang 2026 fortzusetzen — vorbehaltlich der Marktbedingungen, mit einer geplanten Doppelnotierung in Frankfurt und Paris. Im Mai 2026 bekräftigte das Unternehmen diesen Kurs.

Einen Prospekt, eine Preisspanne oder ein konkretes Erstnotierungsdatum gibt es bislang nicht. Solange diese Details fehlen, bleibt KNDS eine Pre-IPO-Geschichte: interessant für strategisch orientierte Investoren, aber ohne handelbare Kursmarken.

Die nächste konkrete Weichenstellung ist damit doppelt: Entweder bestätigen sich die Nahost-Gespräche in einem echten Vertragsabschluss — oder der IPO-Zeitplan verdichtet sich mit einem offiziellen Prospekt. Beides zusammen würde die Bewertungsdiskussion grundlegend verändern.

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