KNDS Aktie: Börsengang auf unbestimmte Zeit abgesagt

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS sagt seinen geplanten Börsengang ab. Grund sind Turbulenzen im Sektor und fallende Kurse bei Wettbewerbern.

Die Kernpunkte:
  • Börsengang auf unbestimmte Zeit gestoppt
  • Rüstungssektor erlebt schwere Turbulenzen
  • Rheinmetall-Aktie verliert deutlich an Wert
  • Auftragsbücher trotzdem auf Rekordniveau

Einer der größten europäischen Börsengänge des Jahres fällt aus. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS zieht die Notbremse. Das Management sagt das lang erwartete Marktdebüt auf unbestimmte Zeit ab. Turbulenzen im Rüstungssektor zwingen den Konzern zum Warten.

Absturz der Konkurrenz schreckt ab

Das Umfeld für Rüstungsaktien hat sich massiv verschlechtert. Die anfängliche Euphorie nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ist verflog. Investoren bezweifeln mittlerweile, dass westliche Regierungen ihre versprochenen Rekordbudgets tatsächlich freigeben.

Die Folge: Die Aktienkurse der Wettbewerber brechen ein. Besonders hart traf es Rheinmetall. Der Düsseldorfer Rivale verlor in diesem Jahr rund ein Viertel seines Börsenwerts. Zuletzt strich der Bund Rheinmetalls F126-Fregattenprogramm zugunsten der Konkurrenz. Das drückte den Kurs an einem einzigen Tag um 18 Prozent.

Milliardendeal auf Warteposition

An der geplanten Eigentümerstruktur ändert der Stopp nichts. Aktuell gehört KNDS je zur Hälfte dem französischen Staat und den deutschen Erben von Krauss-Maffei Wegmann. Für den Börsengang will Frankreich zehn Prozent seiner Anteile verkaufen. Dadurch stünden beide Partner auf einer Stufe.

Insgesamt sollen 20 Prozent der Aktien in den freien Handel fließen. Vor der Absage stuften Insider den Firmenwert auf rund 15 Milliarden Euro ein. Das lag bereits deutlich unter den ersten Schätzungen.

Volle Auftragsbücher

Operativ steht der Hersteller des Leopard-2-Panzers glänzend da. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte dabei einen Rekordwert.

In den Büchern stehen Bestellungen für gut 33 Milliarden Euro. Der operative Gewinn summierte sich auf 661 Millionen Euro. Das Geschäft wächst also unabhängig von den Kapitalmärkten rasant weiter.

Den nächsten Impuls könnte ein Großauftrag liefern. Die US-Armee vergibt demnächst einen Vertrag über 500 Haubitzen. KNDS bietet hier unter anderem gegen Hanwha und Rheinmetall. Gewinnt das Bündnis diese Ausschreibung, stärkt das die Position für den späteren Gang aufs Parkett erheblich.

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