KNDS Aktie: CSG-Angebot bedroht Staatseinstieg

KNDS hält am Börsengang vor der Sommerpause fest. Politische Uneinigkeit und ein fehlendes Prüfzertifikat erschweren das Vorhaben.

Die Kernpunkte:
  • Börsengang für Juni oder Juli geplant
  • Regierung uneins über Beteiligungshöhe
  • Tschechische CSG bietet Barangebot
  • PwC verweigert Testat für Jahresabschluss

Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS will noch vor der Sommerpause an die Börse. In Berlin wächst derweil die Nervosität. Die Bundesregierung sucht händeringend nach einer Einigung über einen eigenen Einstieg, während ein tschechischer Konkurrent mit einem Barangebot dazwischengrätscht.

Zeitdruck für die Bundesregierung

KNDS-Chef Jean-Paul Alary erteilte Forderungen nach einer Verschiebung am 15. Mai eine klare Absage. Der ursprüngliche Zeitplan stehe. Das durchkreuzt die Pläne von Kanzler Friedrich Merz, der den Börsengang bis zum Herbst aufschieben wollte, um den staatlichen Einstieg zu ordnen. Innerhalb der Koalition herrscht Uneinigkeit: Verteidigungs- und Finanzministerium fordern einen Anteil von 40 Prozent auf Augenhöhe mit Frankreich. Dem Wirtschaftsministerium und dem Kanzler genügen 30 Prozent für eine Sperrminorität.

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Parallel dazu erhöht ein privater Bieter den Druck. Die tschechische Rüstungsgruppe CSG hat den Eigentümerfamilien Bode und Wegmann, die die deutsche Hälfte von KNDS kontrollieren, ein Barangebot unterbreitet. Bislang lehnten die Familien ab. Ein Verkauf an CSG würde die Berliner Pläne für eine Sperrminorität massiv verkomplizieren. Ohne deutsche Staatsbeteiligung vor dem IPO könnte Frankreich als dominanter Aktionär hervorgehen.

Die Wirtschaftsprüfer blockieren

Abseits der politischen Bühne blockiert eine harte Frist den Weg aufs Parkett. Die Wirtschaftsprüfer von PwC verweigern das Testat für den Jahresabschluss 2025. Der Grund ist eine laufende interne Untersuchung der Kanzlei Freshfields zu einem Katar-Geschäft aus dem Jahr 2013. Damals ging es um Panzerhaubitzen und Leopard-Panzer im Wert von knapp 1,9 Milliarden Euro. Bisher fanden die Prüfer keine Beweise für strafbares Verhalten.

Ohne testierte Bilanzen gibt es keinen Wertpapierprospekt. Das Management will die Untersuchung bis Ende Mai abschließen. Liefert PwC dann grünes Licht, bleibt das Zeitfenster für Juni oder Juli offen. Das beauftragte Bankenkonsortium um Deutsche Bank und Goldman Sachs steht bereits in den Startlöchern.

Solides Fundament, kühleres Marktumfeld

Operativ liefert der Rüstungskonzern verlässliche Zahlen. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Ein Auftragsbestand von rund 23,5 Milliarden Euro sichert die Auslastung auf Jahre.

Das Marktumfeld hat sich allerdings eingetrübt. Der europäische Rüstungssektor verlor zuletzt an Schwung, Branchenprimus Rheinmetall büßte seit seinem Januar-Hoch spürbar an Wert ein. Mit einer anvisierten Bewertung von 18 Milliarden Euro würde KNDS mit einem Abschlag von 28 Prozent auf das Umsatz-Multiple von Rheinmetall gehandelt. Für institutionelle Investoren bietet das einen günstigeren Einstieg in den europäischen Verteidigungsmarkt.

Die Entscheidung über den Zeitplan fällt in den kommenden zwei Wochen. Liegt das PwC-Testat bis Ende Mai vor, kann KNDS den Prospekt veröffentlichen und den Sommer-Börsengang durchziehen. Verstreicht die Frist, rutscht das IPO in den Herbst – und das Unternehmen müsste aus einer schwächeren Position heraus verhandeln, während der tschechische Konkurrent CSG weiter auf seine Chance wartet.

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